Der European Campus

Hans-Jochen Schiewer (c) Shilling, Universität Freiburg
Hans-Jochen Schiewer (c) Shilling, Universität Freiburg

Vision

Ein europäischer Universitätsverbund am Oberrhein. Er ist Kern des wissenschaftlichen Zukunftsraums am Oberrhein. Der European Campus vernetzt grenzüberschreitend die Potenziale und Kompetenzen von über 130 wissenschaftlichen Einrichtungen, die zu einem Wissenschafts- und Forschungsraum ohne Mauern und Grenzen und mit internationaler Ausstrahlung werden sollen.

1. Der European Campus bedeutet gemeinsame Professuren, gemeinsames Personal, gemeinsame Forschung, gemeinsame Doktoranden, gemeinsame Studierende und gemeinsame Abschlüsse.

2. Der European Campus ist ein grenzüberschreitender Universitätsverbund, der die Autonomie der Partneruniversitäten wahrt, aber gemeinsam in Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Europa als Antragsteller auftreten darf.

3. Der European Campus schafft sich gemeinsame Forschungsinfrastrukturen (Großforschungsinfrastruktur) und wird zum Magneten für die besten internationalen Studierenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Status Quo

Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten |EUCOR (1989):

  • Trinational (Deutschland, Frankreich, Schweiz) Basel, Freiburg, Karlsruhe, Mulhouse/Colmar, Straßburg
  • Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Lehre, Verwaltung, Kultur und Sport
  • Schlüsselpartnerschaft Freiburg-Straßburg (seit 2010, „Partnership of Excellence“)

Die EUCOR-Universitäten entwickeln derzeit eine gemeinsame Forschungsstrategie und sind die treibende Kraft bei der Schaffung des European Campus. Die Umsetzung der EUCOR-Strategie bezieht das gesamte wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld der Region ein.

Trinationale Metropolregion Oberrhein | TMO (2010):

  • zur Entwicklung des Oberrheingebiets zu einer europäischen Region mit höchster Wettbewerbskraft
  • vier Säulen der Metropolregion Wissenschaft (Vorsitz: EUCOR-Präsident), Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik

Das Oberrheingebiet im Grenzraum zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz bietet ideale Voraussetzungen als grenzüberschreitendes Europäisches Forschungszentrum:

  • Vielzahl von Universitäten und Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen von herausragendem wissenschaftlichem Niveau (167 Hochschulen, Forschungs- und Innovationseinrichtungen)
  • 109 Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich der Bildung und Wissenschaft
  • 30 bi- und trinationale Studiengänge
  • zahlreiche Sektoren mit hohem Wachstumspotential; innovative Unternehmen
  • effiziente Vernetzung der Akteure aus Forschung, Entwicklung und Innovation

Regionale Rahmenbedingungen

  • strategische Position inmitten Europas mit leistungsfähiger und nachhaltiger verkehrs- und kommunikationstechnischer Vernetzung und Anbindung
  • international anerkannte, hervorragende Leistungen in den Bereichen Innovation, Bildung und Forschung
  • dichte Besiedlung mit innovationsstarken leistungsfähigen Unternehmen, die auch im globalen Rahmen wettbewerbsfähig sind
  • Standort von bedeutenden nationalen, europäischen und internationalen Institutionen
  • gemeinsamer Lebensraum für fast sechs Millionen Bürger/innen
  • dynamischer Arbeitsmarkt
  • Verbindung der innereuropäischen Grenze zwischen Frankreich und Deutschland mit derAußengrenze zur Schweiz > Modellregion für die europäische Integration

Ausgewählte Themenbereiche der Wissensregion am Oberrhein:

  • BioInnovationTechnologies
  • Energie (energetische Effizienz und nicht-fossile Energien)
  • Geowissenschaften
  • Governance, Recht und Europäische Integration
  • »Grüne Chemie«; Umwelt
  • Informationstechnologien/Informatik sowie Medien und Medientechnologie
  • Kultur, Geschichte, Sprache und Identität
  • Life Sciences & Gesundheit (»Bench to Bedside«); Neurotechnologie
  • Maschinenbau & Elektrotechnik (Automobilzulieferer, Spezialmaschinen)
  • Material- & Nanowissenschaften (»Bio-inspired Materials«)
  • Optik & Photonik

Notwendige administrative Deregulierungen

Die gegenwärtige Kooperationsdynamik der Grenzregionen verändert den geopolitischen Hintergrund der betroffenen Gebiete und geht über die Verwaltungsbezirke und territorialen Zuständigkeiten der bestehenden Institutionen hinaus. So entstehen neue funktionelle Grenzräume, für die jetzt innovative und reaktionsschnelle Verwaltungsmodi gefunden werden müssen, die auf die Ausweitung der bereits bestehenden Partnerschaften abgestimmt sind.

Rahmenbedingungen

  • Einrichtung einer »Akademischen Freizone« (»Zone franche académique«) für den Oberrhein
  • Wahl einer geeigneten Rechtsform für EUCOR damit der Verbund auch gegenüber verschiedenen Partnern als »Legal Entity« auftreten kann
  • Spezieller Autonomiestatus der Universitäten um Unterschiede im nationalen Wissenschaftssystem zu umgehen und die Kooperation zu fördern

Forschung

  • Kooperationsvereinbarungen der nationalen Fördergeber (DFG, CNRS, ANR, SNF) zur Vereinfachung der Antragsverfahren bei gemeinsamen Antragstellungen bei den jeweiligen nationalen Mittelgebern.
  • Gemeinsame Maßnahmen der nationalen Fördergeber zur Forschungsförderung. Grenzüberschreitende Forschungsprojekte: Bildung strategischer Verbünde zur Etablierung einer Internationalen Exzellenzinitiative
  • Abstimmung der nationalen Förderstrukturen (Bsp.: unterschiedliche PhD-Gehälter)

Lehre

  • Grenzüberschreitendes Studium und Promotion Weiterentwicklung/Ausbau binationaler Studiengänge, Ausbildungsprogramme und Kooperationen (Doppelabschlüsse; cotutelle)
  • Abstimmung der Studienstruktur (Bsp.: unterschiedliche Studienzeiten)
  • Hinrichtung grenzüberschreitender beruflicher Ausbildungsgänge

Institutionelle Ebene

  • Gemeinsame Berufungen - Joint Professorships
  • Gemeinsame Ruferteilung in den Hauptforschungsrichtungen

Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene

  • gemeinsame Mitarbeiter in strategischen Bereichen (Strategieabteilung, International Office, Forschungsförderung)
  • Austauschprogramme für Verwaltungsmitarbeiter
  • Förderung der Mobilität innerhalb der Region Oberrhein (Tri-Regio-Ticket)

Wann?

Freitag, 31. Januar 2014 - 10:00

Wo?

Université de Strasbourg
Strasbourg
Frankreich