Multikulturalismus global und lokal

The concept of multiculturalism has gone out of fashion for many and has even come under attack, says Philipp Schweighauser, associate professor of North American and general literature at the University of Basel.(Source: University of Basel)

Die internationale Konferenz «American Multiculturalism in Context» in Basel und Mulhouse ist das gemeinsame Werk des Universitätsverbunds Eucor – The European Campus. Die Initiative dahinter ist vor 20 Jahren am Oberrhein ins Leben gerufen worden.

Die USA als Schmelztiegel der Kulturen – das verheissungsvolle Bild ist brüchig geworden. Auch der Begriff des Multikulturalismus sei für viele ausser Mode gekommen und teilweise sogar unter Beschuss geraten, sagt Philipp Schweighauser, Associate Professor für Nordamerikanische und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Basel. An der internationalen Amerikanistikkonferenz mit dem Titel «American Multiculturalism in Context», die Ende März während drei Tagen an der Université de Haute-Alsace (UHA) in Mulhouse sowie an der Universität Basel stattfindet, gehe es einerseits darum, diesen viel benutzten Begriff «neu zu besichtigen», so Schweighauser. Andererseits sollen multikulturelle Themen in einer Vielzahl von nationalen und kulturellen Kontexten betrachtet werden, vom Arabisch-Amerikanischen bis zum Rumantsch Grischun.

Special Guest Ishmael Reed

Die Konferenz zur lokalen und globalen Vielfalt des kulturellen Ausdrucks wird von Sämi Ludwig organisiert, Professor am UHA-Institut de recherche en Langues et Littératures Européennes. Schweighauser, der im wissenschaftlichen Beirat der Konferenz mitwirkt, leitet ein Panel. Special Guest ist der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller und Essayist Ishmael Reed, einer der wenigen afroamerikanischen Autoren der klassischen Postmoderne und ein Grenzgänger zwischen Literatur und Musik. Die Freie Akademische Gesellschaft in Basel ermöglicht seinen Besuch. Aus Basel wirken neben dem Englischen Seminar auch die Abteilung Jazz der Hochschule für Musik und das Zentrum für Afrikastudien mit.
Die Konferenz «American Multiculturalism in Context» findet im Rahmen des Verbunds der Universitäten am Oberrhein Eucor – the European Campus statt und wird gemeinsam finanziert. Sie markiert gleichzeitig die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Eucor-Initiative EARS (English and American Rhenish Scholars), die Universitätsangehörige der Anglistik und Amerikanistik in Mulhouse, Strasbourg, Freiburg i.Br. und Basel zusammenführt. EARS wurde vor 20 Jahren durch Monika Fludernik angestossen, Professorin für Literaturwissenschaft am Englischen Seminar der Albert-Ludwigs-Unversität Freiburg.

Neuer Preis für die beste Doktorarbeit

Bereits am 10./11. April findet in Mulhouse die nächste Plattform für den Länder übergreifenden Austausch unter MA- und PhD-Studierenden der Anglistik am Oberrhein statt. Schweighauser ist angetan von diesen jährlichen Work-in-progress-Treffen, in deren Organisation auch sein Oberassistent Ridvan Askin und seine anglistische Kollegin Ina Habermann involviert sind: Die Atmosphäre sei «anregend und angenehm», man lerne die inhaltlichen Schwerpunkte anderer Eucor-Universitäten kennen und gewinne auch Kenntnisse darüber, wie unterschiedlich die nachbarlichen Hochschulen aufgebaut sind.
Das diesjährige MA- und PhD-Treffen wartet mit einer Premiere auf: Bis dann können Arbeiten für den ersten EARS Prize for the Best PhD Thesis in Literary and Cultural Studies eingereicht werden. Die mit 800 Euro dotierte Auszeichnung wird am 4. Dezember in Freiburg i.Br. überreicht.

Autorin: Anna Wegelin ist freie Journalistin in Basel.

Wann?

Freitag, 20. März 2015 - 11:00

Wo?

Frankreich