Eucor Erfahrung „Was mich besonders an Eucor interessiert, ist das zusätzliche Angebot an Seminaren und Vorlesungen“

Erfahrungen

„Ich habe im Verlauf meines Studiums immer wieder von Eucor gehört. Zunächst bin ich im Internet darauf aufmerksam geworden. Anschließend habe ich auch Studierende kennen gelernt, die selbst am Eucor-Programm teilgenommen haben. Was mich besonders an Eucor interessiert, ist das zusätzliche Angebot an Seminaren und Vorlesungen, die an den anderen Eucor-Universitäten zur Auswahl stehen deren thematische und methodische Schwerpunkte sich stärker voneinander unterscheiden als innerhalb einer Universität.. Als ich zum Ende des Sommersemesters 2014 das Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel durchstöberte, entdeckte ich zwei interessante Seminare am ethnologischen und am soziologischen Institut. Im ersten ging es um politische Ökologie, das zweite Seminar befasste sich mit dem Verhältnis zwischen den philosophischen Begriffen Universalität, Hegemonie und Kontingenz. Beide Seminare fanden am gleichen Tag statt.

Nachdem ich die Teilnahme an den Seminaren mit der Heimat- und Gastuniversität abgesprochen hatte, machte ich mich jeden Montagmorgen auf den Weg zum Freiburger Hauptbahnhof, wo mich der Zug um 10:15 Uhr nach Basel Badischer Bahnhof brachte. Die einstündige Fahrt dorthin verbrachte ich damit, diverse Texte für die Seminare zu lesen. Allerdings lenkte mich oft die schöne und abwechslungsreiche Aussicht aus dem Zugfenster davon ab. Vom Badischen Bahnhof bis zur Universität lief ich bei schönem Wetter oft zu Fuß. An mancherlei Ecken und Orten begegnete mir so die dynamische und eigentümliche Basler Lebensart. Das Rheinpanorama, sowie der Blick in die Vitrinen diverser Modegeschäfte und Bäckereien hielten mich immer eine längere Zeit auf. Besonders lang wurde der Weg zur Uni, wenn die berühmten Basler Großereignisse stattfanden, die Basler Mess und der Weihnachtsmarkt. Die ganze Stadt verwandelt sich hier in eine riesige Handels- und Vergnügungszone. Sobald ich im Universitätsgelände ankam, verließ ich das Basler Stadtambiente.

Die erste Lehrveranstaltung des Tages fand  im ethnologischen, die zweite im soziologischen Institut statt. Dort lernte ich Studierende und Professoren kennen, die sehr interessiert und diskussionsfreudig am Seminar teilnahmen. Vom System der Universität und dem Aufbau der Seminare habe ich kaum Unterschiede zu Freiburg gespürt. Anders waren lediglich die Seminarteilnehmerinnen und -Teilnehmer, die Themen, die Qualitäten der Professoren, sowie das reizende Schweizerdeutsch, in der die Seminare geführt wurden. Im ethnologischen Seminar sollte jeder Studierende ein Thema auswählen, welches während einer Doppelstunde lang referiert und diskutiert werden sollte. Im soziologischen Seminar dagegen wurde jede Sitzung ein Text oder ein Kapitel aus dem Buch „Kontingenz, Hegemonie, Universalität“ von J.Butler, E.Laclau und S.Zizek diskutiert. In beiden Seminaren legten die Dozenten sehr viel Wert auf die Diskussion und den Austausch dessen, was referiert oder gelesen wurde. Nach dem Ende der Seminare erwartete mich um 18:48 Uhr der Zug nach Freiburg zurück. Ich erinnere mich, dass meine Gedanken auf der Rückfahrt immer etwas durcheinander waren von den vielen Information und Diskussionen aus den Seminaren. Begriffe wie Äquivalenzkette, hegemoniale Artikulation, kulturelle Übersetzung, Reinszenierung des Universalen und authentischer Akt vermischten sich auf einmal mit Saatgut-Monoplisierung, Klimaflüchtlinge, Ökotourismus, Trinkwasser-Privatisierung oder Land Grabbing. Rückblickend kann ich die Erfahrung mit Eucor nur weiterempfehlen. Einerseits kommt auf diese Weise mehr Dynamik und Abwechslung in den Studienalltag. Andererseits lernt man die besonderen Qualitäten zu schätzen, welche die einzelnen Seminare, Professorinnen und Professoren, Dozentinnen und Dozenten sowie die fachlichen Schwerpunkte der Institute prägen“

Gabriel Hugoniot

MA Studiengang soziologie an der Universität Freiburg

Wann?

Dienstag, 12. Mai 2015 - 15:00