Spurensuche in Grab 33

© J-J. Bigot, INRAP
© J-J. Bigot, INRAP

Archäologie und Naturwissenschaften an den Eucor-Universitäten Freiburg und Strasbourg arbeiten eng zusammen, um wichtige kulturelle Veränderungen im 5. Jahrhundert nachzuvollziehen.

Am Ende des 5. Jahrhunderts nach Christus wurde dort, wo heute der elsässische Ort Niedernai liegt, eine Frau auf einem Gräberfeld bestattet. Wie ernährte sie sich? Verbrachte sie ihr gesamtes Leben in dieser Region? Wurden Familienmitglieder bei ihr begraben? Diesen Fragen geht Dr. Susanne Brather-Walter an der Universität Freiburg nach. Zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und Frankreich untersucht die Archäologin, ob die archäologischen Quellen aus der Zeit nach dem Ende des Weströmischen Reichs, also ab Mitte des 5. Jahrhunderts bis ins frühe 6. Jahrhundert, grundsätzlich überdacht und gegebenenfalls neu interpretiert werden müssen. Im Gegensatz zu älteren Studien, die diese Fragen nur anhand ausgewählter archäologischer Funde zu beantworten suchten, analysiert das Forschungsteam um Brather-Walter die gesamte Breite aller Funde von Niedernai und setzt ein weites Spektrum naturwissenschaftlicher Methoden ein: Untersuchung alter DNA, Radiokarbondatierung, Isotopenuntersuchung und Halbedelsteinanalyse.