Synthetische Biologie an Eucor-Universitäten

Credits: Andrea Fabry

Die Eucor-Universitäten bieten das Studium der Synthetischen Biologie an. Dabei geht es um das Gestalten von Molekülen, Zellen und Organismen mit dem Ziel, biologische Systeme mit neuen Eigenschaften zu erzeugen – ein Thema, das jüngst das Bio Fiction @ Karlsruhe Filmfest beleuchtete.

Was haben lebendes Essen, Massentierhaltung, biolumineszierende Lampen, Pilze zur Stromgewinnung und Familienplanung gemeinsam? Die synthetische Biologie. Das Filmfest in Karlsruhe zeigte, welche Visionen der Begriff auslösen kann. Bio Faction, eine Firma für Wissenschaftskommunikation, hatte das Festival erstmalig in Wien veranstaltet. Nun tourt das Festival durch Europa – und beim Wissenschaftsfestival EFFEKTE war es in Karlsruhe zu Gast. Die Veranstalter zeigten zwölf Kurzfilme aus allen Genres mit dem Schwerpunkt Synthetische Biologie. Unter anderem EUGENE, einen Film über einen Genforscher, der manisch versucht, das Erbgut seiner Familie rein zu halten. Copy & Clone, die kritische Auseinandersetzung mit Massentierhaltung und den durch die synthetische Biologie entstandenen Möglichkeiten. Oder The Arsehole Gene, eine Mockumentary, die den medialen Umgang mit Genen, Krankheiten und … unfreundlichen Menschen auf die Schippe nimmt.

Synthetische Biologie ist aber nicht nur ein Filmthema, sondern ein Studienfach: Als gemeinsames Eucor-Angebot haben das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Universitäten Strasbourg, Freiburg und Basel den Masterstudiengang in Biotechnologie mit Fachausbildung in synthetischer Biologie eingerichtet. Die Vorlesungen und Seminare finden an den vier Standorten statt. Die Studierenden realisieren kurze Forschungsprojekte in den Partnerlabors.

Am KIT sind die Inhalte der synthetischen Biologie unter den Mastermodulen der Technischen Biologie, Biochemie und Molekularbiologie zum Beispiel in Kursen wie Bioinformatik, Genetic Engineering oder Biotechnologie angesiedelt. Dass die Inhalte so verstreut sind, hat seinen Grund: Laut Uwe Strähle, Professor am Institut für Toxikologie und Genetik (ITG) des KIT und einer der Koordinatoren des Studiengangs, wird das Erforschen und Experimentieren mit DNA in der deutschen Öffentlichkeit noch sehr kritisch gesehen.

Oliver Plank

Wann?

Dienstag, 25. August 2015 - 9:45