Netzwerke der Innovation

Workshop
Netzwerke mit starken Zentren (Credits: Ivan Savin, KIT)

Wirtschaftsforscher aus Karlsruhe und Strasbourg untersuchen, wie Querschnittstechnologien entstehen. Wie entsteht auf dem Feld der Nanotechnologie ein neues Wissen, wie gelingt Innovation? Und können Antworten auf diese Fragen auch auf Feldern jenseits der Technologie genutzt werden?

Damit beschäftigte sich die Forschungsgruppe KIT/BETA im Rahmen des European Campus. Am 20. November traf sie sich in Strasbourg zum Projektworkshop „Technologische Netzwerke und die Rolle von Querschnittstechnologien“.

2014 hat die von der Helmholtz-Gemeinschaft und vom Französischen Nationalen Forschungszentrum geförderte Forschungsgruppe KIT/BETA ihre Arbeit aufgenommen. Ihr gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik am KIT und vom Bureau d'Economie Théorique et Appliquée an der Université de Strasbourg an. Beim Workshop in Strasbourg präsentierten die Mitglieder ihre neuesten Ergebnisse und diskutierten weitere Schritte. Dabei tauschten sich die Forscherinnen und Forscher von KIT/BETA mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hohenheim aus. Im Fokus standen Querschnittstechnologien: Welche Faktoren beeinflussen ihre Entstehung? Wie stark durchdringen sie die Wirtschaft? Wie eng sind sie mit anderen Technologien verknüpft? Und welche Rolle spielen sie für die Entwicklung neuer Produkte?

„Innovationen gründen auf der Kombination mehrerer kleinerer Schritte, die sich zum Beispiel aus einer neuen Verknüpfung unterschiedlicher Technologien oder Wissenseinheiten ergeben“, sagt Dr. Ivan Savin, Postdoc am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik des KIT. Diese versucht die Gruppe in einem komplexen Netzwerkmodell abzubilden, das sowohl Technologien als auch Produkte umfasst. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Karlsruhe und Strasbourg wollen erkunden, wie Firmen, Forschungseinrichtungen und andere Akteure im Netzwerk zusammenarbeiten. Sie beleuchten damit die Rolle der Netzwerkstruktur, der Wissensausbreitung und der Koordination der Akteure entlang einer etablierten technologischen Entwicklungslinie für entstehende Technologienetzwerke, für deren Größe und Wachstumsrate. Und sie wollen mit ihrer Forschung zu neuen Erkenntnissen gelangen: Welche Faktoren begünstigen Innovationen? Wann bieten Verknüpfungen im Netzwerk einen Mehrwert? Wie entsteht ein neues Produkt? Und welche Ressourcen sind dafür erforderlich?

Die Arbeit umfasst theoretische und empirische Analysen. Die Gruppe entwickelt das Netzwerkmodell und testet es für unterschiedliche Szenarien in Experimenten auf einem Computer. Danach überprüft sie die aus dem Modell abgeleiteten Hypothesen empirisch.

Wann?

Samstag, 21. November 2015 - 12:00