Vom Besten aus drei Systemen profitieren

Erfahrungen
Janine Dumont (Credits:privat)

Wir treffen Janine Dumont im Europainstitut der Universität Basel, eine stattliche Villa mit großem Garten. Dumont, Assistentin bei Christa Tobler, Ordinaria für Europarecht, hat 2011 bis 2013 den Master of Law im Rahmen des trinationalen Eucor-Masterprogramms der Juristischen Fakultäten in Freiburg im Breisgau, Basel und Strasbourg mit Bestauszeichnung abgeschlossen. Ihre Dissertation, die sie bis im Frühjahr abschließen will, behandelt die Frage, wie das Gemeinwesen in der Europäischen Union die Menschen mit rechtlichen Mitteln darin unterstützen kann, Übergewicht zu vermeiden. „Fettleibigkeit begünstigt die großen Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gilt als vermeidbarer Risikofaktor“, erklärt sie. Ihr berufliches Ziel ist eine Professur und auf dem Weg dorthin möchte sie ein bis zwei Jahre als Expertin in einer internationalen Organisation wirken.

„Mich in der Dreiland-Region zu bewegen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt die Juristin, die aus Badisch Rheinfelden stammt, außerdem die französische Nationalität hat und in der Schweiz wohnt. Das Zusammenwirken der Länder am Oberrhein sei generell „sehr wertvoll“, meint sie: „Die Bevölkerung profitiert vom Besten aus drei Systemen.“

Das Eucor-Mobilitätsprogramm hat sie überwiegend positiv erfahren und hat ihr drei Universitätsabschlüsse in Einem beschert. Insgesamt seien die zwei Jahre in verschiedener Hinsicht eine „Horizonterweiterung“ gewesen. Sie habe profitiert von einem breiten Fächerangebot und Einblick erhalten in drei Hochschulbetriebe, die erstaunlich unterschiedlich funktionierten. Während sie die Universität Basel als sehr gut bestückte Organisation erlebt, sowohl was die Infrastruktur betrifft als auch die personelle Begleitung, habe sie in Strasbourg die freiwillige Vortragskultur der Studierenden schätzen gelernt und in Freiburg das breite Angebot im Bereich des Völker- und Europarechts.

Auf das Eucor-Studienangebot aufmerksam geworden war sie am Infotag für Maturandinnen und Maturanden der Universität Basel. Eigentlich habe sie für das Jus-Masterstudium nach England wollen, sagt sie. Doch habe sie sich schließlich für Eucor entschieden, weil sie so einerseits an anderen Unis habe studieren können und gleichzeitig im gewohnten Umfeld bleiben konnte – „kostengünstig und ohne großen administrativen Aufwand“, wie sie meint.

Die administrative Seite wurde jedoch teilweise als hindernisreich erlebt: So habe sie einige praktischen Dinge von der Mensa-Karte bis zum ÖV-Rabatt selber herausfinden müssen. Heute hat die Universität Basel ein „Welcome Center“, das genau bei diesen Schwierigkeiten weiterhelfen kann. Kein Verständnis hat sie dafür, dass die Fächerwahl an den Universitäten Freiburg und Strasbourg eingeschränkt waren.

Dennoch sei das Moblitätsprogramm eine „super Sache“ gewesen, betont sie, da man sich buchstäblich in drei unterschiedlichen inhaltlichen, sprachlichen und auch didaktischen Kulturen bewege. Letzteres gebe ihr Impulse für ihre eigene Lehrtätigkeit, so Dumont, die seit Anfang 2013 Mitglied des Zentrums für Juristische Lehre an der Juristischen Fakultät der Universität Basel ist.

Anna Wegelin ist freie Journalistin in Basel.

Wann?

Donnerstag, 3. Dezember 2015 - 11:30