Preis der English and American Rhenan Scholars für die beste Doktorarbeit geht an Laurie Béreau

Auszeichnung
Laurie Béreau (Credits: Christian Kröper)

Die Doktorarbeit der Forscherin Laurie Béreau aus Strasburg zum Thema "Crisis in education": le débat sur l’éducation aux États-Unis après 1945 wurde mit dem Preis der English and American Rhenan Scholars (EARS), einer Zusammenarbeit der englischen Seminare der Universitäten von Eucor – The European Campus, ausgezeichnet.

Laurie Béreau verließ 2009 die Normandie, um an der Université de Strasbourg ihre Doktorarbeit bei Prof. Bernard Genton, Experte auf dem Gebiet der amerikanischen Kulturwissenschaft, zu verfassen. Sechs Jahre später schlägt das Forschungsteam Savoirs dans l’espace anglophone: représentations, culture, histoire (SEARCH) ihre Arbeit, die sie im November 2013 verteidigt hat, der EARS-Jury vor, um Strasbourg zu vertreten. Anlässlich des 20. Geburtstags von EARS wurde der Preis am 4. Dezember 2015 erstmals verliehen. Er ist mit 800 € dotiert und soll die Veröffentlichung der Doktorarbeit fördern. Die Dissertation von Laurie Béreau behandelt die Auseinandersetzung in den USA nach 1945 zwischen den modernen progressiven Erziehungsmethoden und dem humanistischen Erziehungsmodell, das den Verfall der intellektuellen Ansprüche bemängelt. „Als ich erfahren habe, dass ich den Preis bekomme, war ich erstaunt, glücklich und geehrt zugleich“ erzählt Laurie Béreau. Aktuell arbeitet sie als Lehrkraft am Centre de ressources de langues der Université de Strasbourg: „Der Forschung widme ich mich gerade wenig, da ich viel unterrichte. Der EARS-Preis führt mir vor Augen, dass mein Thema interessant ist. Daher habe ich mir vorgenommen, mehr Zeit für ein neues Forschungsprojekt aufzubringen.“

Interkulturelle Bereicherung durch den European Campus
Laurie Béreau hatte nicht geplant, in die Forschung zu gehen: Nach ihrem Bachelor in Englisch verbringt sie ein Jahr als Sprachassistentin in New Orleans. Drei Wochen nach ihrer Ankunft verwüstet Hurrikan Katrina die Stadt und Laurie Béreau verfolgt den Wandel von ihrer öffentlichen Schule zu einer unabhängig verwalteten Charter School. Eine Erfahrung, die ihre Forschung zum Bildungssystem der USA inspiriert. Während des zweiten Masterjahrs in Englisch nimmt sie an einem Lektoren-Programm der University of Arkansas teil und erforscht erneut die unscharfen Grenzen zwischen öffentlichen Schulen und Charter Schools. Nach ihrer Rückkehr raten ihr ihre Betreuer, anstelle der Lehrerprüfung Capes vielmehr eine Agrégation zu absolvieren, die ihr ermöglichen kann, in Frankreich zu unterrichten. Das erste wissenschaftliche Symposium, an dem Laurie Béreau für ihre Promotion teilnimmt, ist eine Konferenz des European Campus und mit der Verleihung des EARS-Preises schließt sich der Kreis. Am trinationale Netzwerk des European Campus schätzt Laurie Béreau den interkulturellen Mehrwert: Vom konkreten Forschungsansatz ihrer deutschsprachigen Kollegen hat sie eine hohe Meinung und im Gegenzug hofft sie, die Forschung am Oberrhein mit ihrem kulturwissenschaftlichen Thema zu bereichern. „Die verschiedenen Forschungskulturen ergänzen sich bei Veranstaltungen des European Campus hervorragend. Wir arbeitet tatsächlich auf europäischer Ebene, indem wir uns den anderen Ländern gegenüber öffnen.“

Miriam Hagmann-Schlatterbeck

Wann?

Dienstag, 8. Dezember 2015 - 11:00