Grenzüberschreitende Ergebnisse zur Energiewende

Workshop
Workshop Plan EE (Credits: DAAD Paris)

Die Erzeugung von erneuerbarer Energie ist die Devise der Zukunft. Von Nation zu Nation geht die Energiewende allerdings auf sehr unterschiedliche Weise voran. Zusammen mit Kollegen der Partneruniversitäten von Eucor – The European Campus hat Mathias Jehling vom Institut für Regionalwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein Planungstool für die Metropolregion Oberrhein entwickelt. Es untersucht, welche Voraussetzungen für lokale Akteure von Vorteil sind, die erneuerbare Energie gewinnen.

Plan EE ist als Interreg-Projekt entstanden: im Verbund der oberrheinischen Grenzregionen. Ein freier Ideenaustausch soll gewährleisten, dass Akteure Plan EE tatsächlich nutzen können. Das Projekt bezieht auch sozialwissenschaftliche Faktoren ein – diesen Beitrag leistet das Institut für Soziologie der Université de Strasbourg.

Um herauszufinden, warum verschiedene Länder Maßnahmen zur Energiewende unterschiedlich angehen, verglich die Forschergruppe um Mathias Jehling die beiden geografisch ähnlichen Gebiete Südpfalz und Region Strasbourg. Im Vergleich wurde deutlich, dass die Bedingungen für Akteure der Energiewende nicht überall gleich sind. So verfolgt Frankreich eine sehr zentralisierte Energiepolitik, in der Südpfalz besteht hingegen eine lokale Vernetzung; die Akteure dort nutzen Nischen wie Fotovoltaik, sie erhalten früher und mehr finanzielle Unterstützung.

Im November 2015 organisierten Mathias Jehling und ein Kollege am KIT, Fabrice Banon, sowie Guillaume Christen und Sophie Büßler von der Université de Strasbourg einen von der DAAD finanzierten Workshop in Straßburg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übertrugen die Ergebnisse von Plan EE auf Akteure in ganz Deutschland und Frankreich. Zudem vermittelte ein senegalesischer Gastsprecher den Blick von außen auf das europäische System und die Möglichkeit, eine vereinfachte Form beispielsweise auf Afrika anzuwenden.

Plan EE habe zu der Erkenntnis geführt, so Jehling, dass die Energiewende ohne ein gut funktionierendes lokales System keine Chance habe. Zugleich beeinflussten nationale Rahmenbedingungen wie Eigentumsrechte und Einspeisevergütungen die Perspektive für den Einsatz von erneuerbaren Energien. Eine Rolle spielen auch lokale Interessen – das Projekt nahm sie zum Beispiel in den Blick, indem die Wissenschaftler ein Feedback von lokalen Energieversorgern zur Einsatzfähigkeit der Forschungsergebnisse in der Industrie einsammelten. Zudem, so Jehling, habe die Interreg-Kooperation nicht nur einem interregionalen, sondern auch einem internationalen Austausch den Weg geebnet.

Sarah Mall

Wann?

Montag, 8. Februar 2016 - 16:45