Biocombust: Auswirkungen von Holzverbrennung auf die Gesundheit

Austausch
L’équipe porteuse du projet Biocombust (Credits: Biocombust / UHA)

Biocombust ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das vom Interreg IV Programm finanziert wurde und an dem Partner aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland beteiligt sind. Es geht auf die Initiative von Gwenaëlle Trouvé, (Laboratoire Gestion des Risques et Environnement (GRE) der Universität Haute-Alsace) und Reto Gieré (Universität Freiburg) zurück.

Zwischen 2013 und 2015 untersuchten die Forscher dieses Projektes die Auswirkungen von Partikeln und Aschen, die bei der Verbrennung von Holz, Hackschnitzel und Pellets anfallen. Im Fokus standen die Charakterisierung von Partikeln, die Auswirkungen der Biomasse-Verbrennung auf die Luftqualität sowie die potentiellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Des Weiteren wurde erforscht, ob die bei der Verbrennung anfallenden Aschen als Klinkerersatz in der Zementproduktion Verwendung finden können.

Wichtigstes Ergebnis ist die Tatsache, dass die Luftqualität bei zentralen Verbrennungsanlagen für die Wärmeversorgung besser abschneidet als bei der individuellen Holzverbrennung in privaten Haushalten. Da bei der Biomasse-Verbrennung anfallende Feinstäube für die menschlichen Lungenzellen toxisch sind, sind zentrale Verbrennungsanlagen besser ausgestattet, um den Ausstoß dieser Partikel zu reduzieren. Dabei spielen Größe und Art der Partikel eine wichtige Rolle. Die untersuchten Feinstäube stimulieren Stressindikatoren in der menschlichen Zelle und lösen anschließend verschiedene Abwehrmechanismen aus. Daher ist es wichtig, potentielle Nutzer über diese Risiken aufzuklären und die Gemeinden zu ermutigen, in zentrale Verbrennungsanlagen für die Wärmeversorgung zu investieren. Die Eignung der Aschen für die Zementherstellung scheint von den Zusatzstoffen (Kalk oder Kalziumhydroxid) und der Rauchgasabscheidetechnik abzuhängen.

Bei diesem Projekt kamen unterschiedliche Disziplinen zum Einsatz: angewandte Sicherheits- und Umweltchemie (Universität Haute-Alsace und Universität Freiburg), Informations- und Bildverarbeitung (Universität Haute-Alsace und Max-Planck Institut Mainz), Zellbiologie (Universität Freiburg), Abfallverwertung (Holcim Allschwil), Datenanalyse und Kommunikation (ASPA Schiltigheim und DWD Freiburg).

Die Aufklärung von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und öffentlichen Stellen über diese Forschungsergebnisse erfolgte während der gesamten Projektlaufzeit in Form von wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Broschüren, Veranstaltungen (insbesondere die Abschlussveranstaltung mit vielen regionalen Akteuren) und Messen (Wissenschaftsmarkt in Freiburg, Fête de la Science in Colmar und Mulhouse, Science Day in Europa Park).

Wann?

Donnerstag, 11. Februar 2016 - 11:30