Forschungsprojekt: Strom und Wärme aus dem Untergrund

Rittershoffen geothermal field drilling pad with a seismic station (Credits: Emmanuel Gaucher (KIT-AGW))

Geothermale Reservoire stehen im Blickpunkt eines Forschungsprojekts am European Campus. Dabei arbeiten die Abteilung Geothermie des Instituts für Angewandte Geowissenschaften (AGW) am KIT (Karlsruher Institut für Technologie) unter Leitung von Professor Dr. Thomas Kohl mit dem Laboratoire d'excellence am EOST (École et Observatoire des Sciences de la Terre) der Universität Straßburg zusammen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen die Eignung dieser Reservoire für eine sichere und nachhaltige Produktion von Strom und Wärme aus dem tiefen Untergrund. Nach ihrer Einschätzung ist diese Form der erneuerbaren Energie nahezu frei von CO2-Emissionen und erhält weltweit eine immer größere Bedeutung.

Nach einer langjährigen Kooperation am Geothermie-Projekt Soultz-sous-Forêts arbeiten die beiden Institute aktuell am Standort Rittershoffen, ebenfalls im Elsass. Der Oberrheingraben im deutsch-französischen Grenzgebiet stellt aufgrund seiner spezifischen geologischen Gegebenheiten den optimalen Standort dar. Die Forscherinnen und Forscher haben hier die Möglichkeit zu untersuchen, wie geothermale Energie genutzt werden kann, um Elektrizität zu generieren: Geeignete Temperaturbedingungen können bereits in zwei Kilometer Tiefe erreicht werden. Zudem besitzen die Gesteine die notwendige Durchlässigkeit, um unterirdische Fluide im ausreichenden Maß an die Oberfläche transportieren zu können.

Emmanuel Gaucher, Experte für Seismologie in der Abteilung Geothermie, lobt die projektbezogene Zusammenarbeit, den Austausch mit den Kollegen aus Straßburg und die Zusammenarbeit mit der französischen Industrie, in Rittershoffen etwa mit der Electricité Strasbourg Geothermie, ESG: „Sowohl Struktur als auch Forschungsinteresse unserer Institute ähneln sich und die Ergebnisse unserer Arbeiten können vertrauensvoll ausgetauscht werden. Dies unterstützt auch die sehr kostenintensive Projektentwicklung – warum sollten wir uns da nicht zusammentun? Daraus haben sich zusätzliche Aktivitäten ergeben, beispielsweise die gemeinsame Organisation des European Geothermal Workshop, bei dem neue Forschungserkenntnisse vorgestellt und diskutiert werden.“ Der European Geothermal Workshop findet jährlich, abwechselnd in Karlsruhe und Straßburg, statt und wird teilweise durch Eucor – The European Campus finanziert. Er richtet sich vor allem an Promovierende und soll das Netzwerken und den Austausch auf hohem Niveau ermöglichen.

In der Zukunft sind weitere Projekte und enge Kontakte mit der Universität Straßburg geplant. Kooperationen der Arbeitsgruppe Geothermie am KIT bestehen am Oberrhein auch mit den Universitäten in Darmstadt und Freiburg.

Sarah Mall

Wann?

Dienstag, 8. März 2016 - 16:45