Grenzüberschreitende Lehre und Forschung am Oberrhein: „Eine Chance, die man ergreifen muss“

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Credits: Peter Schnetz

Die Veranstaltung „Von Eucor zum European Campus“ am 21. März 2016 in der UBS Schalterhalle in Basel befasste sich in Gegenwart von 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit der Frage, welche Perspektiven die Zusammenarbeit der Universitäten am Oberrhein hat und welchen Herausforderungen sie sich stellen muss.

Prof. Dr. Maarten Hoenen, Vizerektor Lehre & Entwicklung Universität Basel sowie Vize-Präsident Lehre des European Campus, stellte in seinem Grusswort das Projekt des European Campus vor. Er machte dabei deutlich, wie sehr der European Campus die von der Universität Basel verfolgte Strategie der Internationalisierung „at Home“ unterstützt. Den Basler Studierenden und Lehrenden würden dadurch an den Partneruniversitäten in der grenzüberschreitenden Region alle Türen weit offenstehen. Für Prof. Dr. Maarten Hoenen eine Chance, die man ergreifen muss.

Im Anschluss präsentierte Prof. Dr. Paul Burger, Leiter des Fachbereichs Nachhaltigkeitsforschung der Universität Basel das neue unter dem Lead der Universität Basel getätigte Interreg Projekt „Oberrheinisches Cluster für Nachhaltigkeitsforschung“. In einem zweiten Impulsreferat informierte Prof. Dr. Ad Aertsen, Professor für Neurobiologie & Biophysik und Pro-Dekan des Instituts für Biologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über die Arbeit des Neurex-Netzwerkes.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Annette Mahro, freie Journalistin, gingen die Teilnehmer auf zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum ein und auch am Apéro wurde weiterdiskutiert. Prof. Dr. Sabine Gless, Professorin Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Basel, wies darauf hin, dass Studiengänge in der heutigen Zeit per se immer auch einen internationalen Aspekt haben. Prof. Dr. Burger unterstrich die grosse Bedeutung der Nachhaltigkeitsforschung und nannte die Interdisziplinarität des Projekts als Chance für den Wissenstransfer am Oberrhein und die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft. Prof. Dr. Ad Aertsen betonte, dass es kein Konkurrenzdenken im Bereich der Forschung am Oberrhein gibt, sondern dass der gemeinsame Nutzen im Vordergrund stehe. Handlungsbedarf sieht er vor allem bei der Vereinfachung der Verwaltungsverfahren bei Doppel- und Dreifachabschlüssen an mehreren Universitäten. Dr. Elisabeth Frasnelli, Direktorin der Universitätsbibliothek Basel, erklärte den Nutzen der Zusammenarbeit der Universitätsbibliotheken. Ein wichtiger Schritt wäre insbesondere eine Vernetzung der Forschungsdatenbanken. Janine Dumont hat selber den Eucor-Studiengang Rechtswissenschaften absolviert und konnte über ihre entsprechenden Erfahrungen berichten. Sie schlug vor, zukünftig mit einer einzigen Studentenkarte Zugang zu allen Dienstleistungen an den fünf Universitäten zu haben. Auch könnten die Semesterzeiten angeglichen werden und die Mobilität mit einem Oberrhein-Semesterticket verbessert werden. Prof. Dr. Maarten Hoenen wies in seinem Schlusswort darauf hin, dass mit  dem Modellprojekt European Campus die ganze Region am Oberrhein profitiert.

Dr. Manuel Friesecke

Wann?

Dienstag, 5. April 2016 - 9:00