Tour Eucor: Freunde im Sattel

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Credits: Amadeus Bramsiepe/KIT

Vom 25. bis 29. Mai 2016 findet die 19. Tour Eucor statt. Seit 1998 bricht jährlich eine bunte Mischung aus Angehörigen aller fünf Partneruniversitäten auf, um fünf Tage lang in Gruppen zu strampeln, die zur jeweiligen Fitness passen. Anders als bei der Tour de France dürfen an der Tour Eucor auch Freizeitradler teilnehmen, denn im Vordergrund der Rundfahrt steht weniger der sportliche Aspekt als die Gemeinschaft von Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Alumni der oberrheinischen Hochschulen. Die Strecke führt von Karlsruhe aus über Strasbourg, Mulhouse, Basel und Freiburg zurück ans KIT und umfasst je nach Ambition 600 bis 900 Kilometer. Was muss bei der Organisation alles beachtet werden? Die Cheforganisatoren Nicole Möck, Alexander Neudorf und Philipp Barthold stehen Rede und Antwort.

Wie seid ihr dazu gekommen, die diesjährige Tour Eucor zu organisieren?
Philipp Barthold: Wir sind Studenten am KIT beziehungsweise an der Uni Freiburg und haben in den vergangenen Jahren selbst an der Tour teilgenommen. Spätestens seitdem hat uns das Radfieber gepackt, manche von uns haben auch bereits in der Organisation mitgeholfen.
Alexander Neudorf: Wir stellen allerdings nur die Chef-Orga dar und werden von zehn weiteren Freiwilligen unterstützt. Außerdem gibt es noch das Begleitteam der WiWi-Fachschaft des KIT, das mit Sprintern die Versorgung an den Pausenorten gewährleistet und das Gepäck der Teilnehmer transportiert.
Nicole Möck: Wir sind auch auf Ansprechpartner an den Partneruniversitäten angewiesen, die vor Ort aushelfen und das Rahmenprogramm planen. Ohne ehrenamtliche Helfer und unsere langjährigen Sponsoren könnten wir diese Veranstaltung gar nicht stemmen.

Nun können ja auch weniger erfahrene Radfahrer teilnehmen - birgt das nicht Risiken, etwa das Fahren in der Gruppe?
Neudorf: Es geht bei der Tour Eucor vorrangig um den trinationalen Austausch zwischen den Teilnehmern, nicht um sportliche Leistungen. Durch den regelmäßigen Wechsel innerhalb der Gruppe hat man immer neue Mitfahrer neben sich und lernt die unterschiedlichsten Leute kennen. Eine gewisse Motivation und adäquate Radausstattung ist dennoch Voraussetzung.
Möck: Wer unerfahren ist, kann in der blauen Gruppe mitfahren, die sich vor allem auf Radwegen bewegt – da ist dann noch kein Windschattenfahren angesagt wie in den ambitionierteren Gruppen. Zu Beginn erklären wir auch allen die Handzeichen und Grundregeln des Gruppenfahrens.

Wer sucht die Strecken aus und fährt alles ab?
Barthold: Wir achten darauf, dass sich die Strecken von denen des Vorjahres unterscheiden. Dafür haben wir ein Streckenteam, das insgesamt über 4500 Kilometer Gesamtstrecke plant. Schließlich soll die Möglichkeit bestehen, die Gruppen zu wechseln und jeden Tag gemeinsam Mittag zu essen, die Strecken aller Schwierigkeitsgrade müssen sich also kreuzen. Für jede Gruppe wählen wir unter den Teilnehmern zwei Streckenführer aus, die ihre jeweilige Tagesetappe vor der Tour Eucor auf Befahrbarkeit testen und dann während der Tour navigieren.

Seid ihr vorbereitet auf Worst-Case-Szenarien: Fünf Tage Regen, Unfälle, Teilnehmer, die abbrechen wollen?
Möck: Bei kleineren Verletzungen und Pannen helfen die Gruppenmitglieder, notfalls auch das Begleitteam. Das Wetter können wir nicht steuern: 2013 hat es einen ganzen Tag durchgeregnet und letztes Jahr war es sehr heiß.
Neudorf: Die Gruppendynamik hilft da enorm, aufhören wollte deswegen noch niemand. Jedem Teilnehmer ist es natürlich selbst überlassen, bei Bedarf den Zug zu nehmen und am nächsten Ort auf die anderen zu warten.
Möck: Das ist aber die Ausnahme, in der motivierten Masse der Teilnehmer schafft so manche und mancher mehr als gedacht.
Barthold: Ein besonderer Ansporn sind die Highlights der Tour – etwa nach der Tagesstrecke in Basel in den Rhein zu springen und sich dort treiben zu lassen oder die vielen neuen Kontakte, aus denen oftmals enge Freundschaften entstehen.

Ein guter Rat an die Teilnehmer zur Last-Minute-Vorbereitung - besser doch noch trainieren, kein Alkohol, Magnesium nehmen?
Barthold: Das Wichtigste ist, so zu fahren, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. Also entspannt rangehen, lieber nochmal das Rad checken und sicherstellen, dass da alles passt. Wir freuen uns schon!

Wann?

Mittwoch, 25. Mai 2016 - 8:00 - Sonntag, 29. Mai 2016 - 18:00