Soldiers out of Control?

Credits: FRIAS/Trefzer

Der Militärdienst birgt seit jeher Risiken. Anders als erwartet, sterben selbst zu Kriegszeiten jedoch mehr Soldaten bei Unfällen und an Krankheiten als durch Feindeshand. Risikomanagement ist im Militär daher immens wichtig. „Das sieht man aktuell an den Debatten zum Material der Bundeswehr. Trotzdem ist dazu bisher wenig wissenschaftlich gearbeitet worden“, so Dr. Peter Itzen, Geschichtswissenschaftler am Forschungskolleg Freiburg Institute of Advanced Studies (FRIAS). Zusammen mit Dr. Birgit Metzger und Prof. Anne Rasmussen vom Partnerinstitut des FRIAS an der Universität Strasbourg (USIAS) arbeitet Itzen an einem Forschungsprojekt zur Geschichte von Militärunfällen. Der vorläufige Titel: „Soldiers out of control? An entangled history of accidents in the French and German military, 1920-1970“ (Soldaten außer Kontrolle? Militärunfälle in Frankreich und Deutschland: Vergleich und Verflechtung, 1920-1970). Die Projektsprache ist neben Deutsch und Französisch vor allem Englisch. Itzen dazu: „Ich spreche kein Französisch, Anne Rasmussen aus Strasbourg kein Deutsch – allein aus praktischen Gründen läuft daher vieles auf Englisch.“ Das Projekt ist im November 2015 angelaufen und für einen Zeitraum von zwei Jahren angesetzt. Flugzeugunglücke, Verkehrsunfälle, kleinere Verletzungen im Kasernenalltag – es gibt viel zu untersuchen. „Wir haben begonnen, Archivmaterial in Frankreich und Deutschland zu suchen und auszuwerten“, erklärt Birgit Metzger. Drei Fallstudien grenzen die Suche ein: Unfälle und darauf folgende Haftungsprozesse nach dem Ersten Weltkrieg; Unfälle in Verbindung mit Alkoholmissbrauch während der Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg; sowie die zunehmende Technisierung und damit verbundene Risiken seit 1945. „Wo es darüber hinaus einmal hingeht, hängt von den Quellen ab“, erklärt Itzen.

von Peter Eßer

Wann?

Donnerstag, 8. September 2016 - 13:30