Von Indien an den Rhein: Studieren und arbeiten am European Campus

Credits: UHA/NovaTris

Auf dem European Campus können Studierende in allen Mitgliedsuniversitäten problemlos studieren und arbeiten. Der indische Student Rajesh Kumar Gajendran ist zum Studium der Polymerwissenschaften in Strasbourg, Freiburg und Mulhouse nach Europa gekommen und hat großen Nutzen aus dieser Mobilitätsgelegenheit gezogen.

Von Oktober 2015 bis September 2016 verbrachte Kumar zwei Semester mit dem Team des „Laboratoire de Photochimie et d’Ingénierie Macromoléculaires“ (LPIM) an der Université de Haute-Alsace. Der 28jährige Masterstudent absolvierte einen Studienaufenthalt mit Spezialisierung auf den Bereich der faserverstärkten Verbundwerkstoffe und wurde von Prof. Maurice Brogly, Teamleiter des LPIM, betreut. Mit diesem Studienabschnitt beendete er seinen Internationalen Master der Polymerwissenschaften (International Master of Polymer Science) zwischen der Université de Strasbourg und der Universität Freiburg. Dieses von der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) angebotene anspruchsvolle Programm nimmt jedes Jahr Studierende aus der ganzen Welt auf, die nacheinander an beiden Hochschulen studieren und am Ende ihres Studiums ein doppeltes Diplom erhalten.

Kumar besitzt ein Bachelordiplom in Kautschuk- und Kunststoff-Technologien (Rubber and Plastics Technology) der Universität Anna in Chennai (Indien) und hat bereits vier Jahre lang in der Automobilindustrie in Indien gearbeitet. Anschließend entschied er sich, sein Studium in Europa fortzusetzen, da die Tatsache, in zwei Spitzenhochschulen unter Anleitung von Dozierenden verschiedener Polymer-Forschungslaboratorien studieren zu können, sowie die Möglichkeit, ein doppeltes Diplom in Polymerwissenschaften zu erhalten, von Vorteil und in Indien selten ist. Da die meisten ausländischen Studierenden weder Französisch noch Deutsch sprechen, umfasst das Programm Sprachkurse im jeweiligen Studienland. Kumar hatte zunächst Kommunikationsschwierigkeiten mit den lokalen Behörden, denn er sprach die Fremdsprachen noch nicht fließend. Es war sein erster Studienaufenthalt im Ausland und so fiel ihm einer der kulturellen Unterschiede besonders auf: die Beziehung zwischen Dozierenden und Studierenden. In Indien sind Dozierende formeller und es besteht eine größere Kluft zwischen Lehrenden und Studierenden. Die Dozierenden in Frankreich und in Deutschland verhalten sich freundschaftlicher und sind leichter zugänglich.

Ab November 2016 wird Kumar in Belgien in der Polymer-Industrie arbeiten, wo er ähnliche Aufgaben übernehmen wird wie während seines Studienaufenthaltes beim LPIM. Nach drei oder vier Jahren Berufserfahrung möchte er nach Indien zurückkehren und dort eine Arbeitsstelle in der Luft-und Raumfahrtindustrie oder in der Automobilindustrie finden. Dieser Sektor befindet sich gegenwärtig im Aufwind in Indien.

Estelle Fromant

Wann?

Montag, 24. Oktober 2016 - 10:00