Eucor - The European Campus: Fünf Stimmen, drei Länder, ein Ziel

Credits: European Campus / Jürgen Gocke
Credits: European Campus / Jürgen Gocke

Der European Campus wächst zusammen – was erhoffen sich Mitglieder der Universitäten? Die Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace und Strasbourg sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) errichten gemeinsam den European Campus. Aufbauend auf dem langjährig bestehenden Netzwerk „Eucor“ verzahnen sich die Universitäten nun noch enger und bauen gemeinsame Strukturen in Forschung, Studium sowie in der Verwaltung auf. Studierende können sich ihren Stundenplan trinational zusammenstellen, Forschende profitieren vom Austausch und Wissenstransfer. Sarah Nieber hat an den fünf Universitäten nachgefragt, was den European Campus ausmacht und was man sich von ihm erhofft.

Dr. Ridvan Askin, Postdoc in American and General Literatures, Universität Basel

„Die Englischen Seminare der Universitäten Freiburg, Strasbourg, Mulhouse und Basel blicken nun schon auf eine mehr als 20-jährige Geschichte der grenzüberschreitenden Kooperation zurück. So treffen sich nicht nur die Dozierenden zweimal jährlich, sondern es wird auch jedes Jahr eine gemeinsame zweitägige Nachwuchskonferenz organisiert, bei der Promovierende und Masterstudierende ihre Forschung präsentieren. Für mich als Repräsentanten des Basler Fachbereichs Englisch sind diese Veranstaltungen zu sehr geschätzten jährlichen Fixpunkten geworden. Von der Neuorganisation der Universitätskooperation im European Campus erhoffe ich mir in Zukunft noch bessere Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und, wenn möglich, eine Verstetigung der Finanzierung.“

Charlotte Tavernier, Projektbeauftragte Mobilität/Lehre für Eucor – The European Campus, Université de Strasbourg

„Als Beauftragte für Mobilität und Lehre für Eucor – The European Campus an der Université de Strasbourg wünsche ich mir, dass die seit einem Jahr gesammelten Erfahrungen mit dem European Campus sich nun im Alltag der Studierenden, Promovierenden, Dozierenden, Forschenden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verankern. Ich hoffe, dass die Maßnahmen, die ich vorbereitet habe, im Jahr 2017 konkret Form annehmen: Ich möchte zum Beispiel ein Online-Portal mit allen internationalen, grenzüberschreitenden und englischsprachigen Studiengängen der  Mitgliedsuniversitäten umsetzen, klarere Mobilitätsverfahren für Studierende entwickeln und einen Prototypen für eine europäische Studierendenkarte erarbeiten. Für mich bedeutet grenzüberschreitende Zusammenarbeit, sich ohne Hürden zu bewegen.“

Juniorprofessor Dr. Winfried Römer, Fakultät für Biologie und BIOSS Centre for Biological Signalling Studies, Universität Freiburg

„Eucor – The European Campus stellt für mich eine einzigartige Chance sowohl für die Studierenden als auch für die Forschenden der Region Oberrhein dar. Die Brücken sind gebaut, lasst uns die zukünftigen Schritte gemeinsam gehen! Ich wünsche mir gemeinschaftlich organisierte Studiengänge mit Doppel-Abschlüssen und zusammenwachsende Labore mit gemeinsamen Forschungsinteressen, die den wissenschaftlichen Nachwuchs miteinander ausbilden. Über diese und viele andere Maßnahmen wird der European Campus internationale Sichtbarkeit erlangen und als eine wichtige, länderübergreifende Einheit wahrgenommen werden.“

Lauriane Wolf, Volontärin im Deutsch-Französischen Jugendwerk, KIT

„Mich überrascht jeden Tag aufs Neue, wie dynamisch die Universitäten zusammenarbeiten, und ich bin fasziniert von den vielen Projekten, die realisiert werden. Der European Campus erlaubt es, von den verschiedenen Systemen – sei es in der Verwaltung oder in der Forschung – zu lernen und sich durch diese Unterschiede zu bereichern. Außerdem regt der European Campus dazu an, ein kritisches Bewusstsein gegenüber dem Bekannten zu entwickeln und am Austausch zu wachsen. Mein Wunsch ist es, dass die Angebote für Studierende auch in Zukunft erweitert werden. Alle Studierenden können vom ganzen Lehrangebot der Mitgliedsuniversitäten profitieren. Es ist ein einmaliger Vorteil und eine Chance für Europa!“

Alexander Dutour, Bachelorstudent des Studiengangs „Management“, Université de Haute-Alsace

„Im Rahmen meines freien grenzüberschreitenden Wahlfachs an der Université de Haute-Alsace (UHA) konnte ich in Basel einen Deutschkurs besuchen, dabei die schweizerische Kultur entdecken und interkulturelle Beziehungen aufbauen. Wir werden dabei von NovaTris, dem Zentrum für grenzüberschreitende Kompetenzen an der UHA, mit vorbereitenden Formularen unterstützt, weshalb die Einschreibung an der Universität Basel reibungslos funktionierte. Vom European Campus erhoffe ich mir, dass es genauso einfach wird, Kulturen zu erfahren und Kontakte zu knüpfen, wie es war, solch ein Formular zu unterschreiben. Es wäre toll, wenn alle Studierenden, die es nach Interkulturalität dürstet, diese Erfahrung machen könnten und dabei persönlich und finanziell unterstützt würden.  Einen Kurs an einer Universität im Ausland zu besuchen ist nur der erste Schritt, um weiter zu reisen, zu studieren, zu arbeiten – innerhalb Europas und vielleicht auf der ganzen Welt?“
 

Wann?

Mittwoch, 26. April 2017 - 14:30