European Campus stellt sich in Brüssel vor

Credit: Eric Berghen
Credit: Eric Berghen

Bei der Veranstaltung „Europe in a nutshell – experiences with the implementation of cross-border groupings of higher education institutions” am 11. Oktober 2017 in der EU-Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Brüssel/Belgien haben Günther Oettinger, EU-Kommissar für die Ressorts Haushalt und Personal, Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa in Baden-Württemberg, sowie Lilla Merabet, Vizepräsidentin Innovation und Forschung der Region Grand Est, ihre Unterstützung für europäische grenzüberschreitende Wissenschaftskooperationen ausgesprochen. Eucor – The European Campus hat bei der Veranstaltung sein Modellprojekt einer europäischen Universität präsentiert.

„Grenzüberschreitende Wissenschaftskooperation ist zentral für das Zusammenwachsen der Regionen“, äußerte sich EU-Kommissar Günther Oettinger. „Unser Fokus muss in Zukunft insbesondere auf dem wissenschaftlichen Austausch liegen. Durch die enge Verzahnung können die verschiedenen Hochschulen ihre jeweiligen Stärken einbringen und gemeinsam die nötige Masse erreichen, um auch bei größeren Vorhaben in der Spitzenforschung konkurrenzfähig zu bleiben.“ Zudem beteuerte er seinen starken Willen, grenzüberschreitende Wissenschaftsprojekte wie den European Campus seitens der EU weiter finanziell zu unterstützen.

Baden-Württembergs Europaminister Guido Wolf pflichtet ihm bei und spezifiziert für sein Bundesland: „Als Baden-Württemberger haben wir ein besonderes Interesse an einem starken Europa und eine besondere Verantwortung für das europäische Projekt. Bildung und Forschung waren für Europa noch nie so bedeutend wie heute. Sie sind elementar für die Bewahrung unseres Wohlstands. In vielen Bereichen werden wir nur eine Chance haben, wenn wir ganz selbstverständlich gesamteuropäisch denken und zusammenarbeiten.“ Dabei unterstrich Wolf, auch im Kontext der Europa-Rede des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dessen Forderung, 20 europäische Universitäten zu schaffen, die Vorreiterrolle von Eucor – The European Campus bei grenzüberschreitenden Universitätskooperationen.

Lilla Merabet von der Region Grand Est, zu der unter anderem das Elsass und Lothringen gehören, betonte, dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Belgien stets von besonders hoher Priorität sei. So habe die „europäischste aller französischen Grenzregionen“, die Region Grand Est, die Rolle eines Impulsgebers, um den Zusammenhalt und die Kooperation von grenzüberschreitenden Wissenschaftsprojekten weiter zu stärken und voranzutreiben. „Nur gemeinsam können wir ein starkes Europa sein“, sagte sie.

Mit seinem Modellprojekt der ersten europäischen Universität am Oberrhein geht Eucor – The European Campus visionär voran und arbeitet bereits konkret an einer Forschung und Lehre ohne Grenzen in Europa – einem Konzept, das auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in seiner bedeutenden Rede zu Europa forderte. „Gerade in Zeiten des Brexit benötigt Europa Visionen und konkrete Impulse für den europäischen Wissenschaftsraum“, sagte Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Präsident von Eucor – The European Campus und Rektor der Universität Freiburg. „Als erster Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit im Bereich der Universitäten können wir eine Pionierrolle einnehmen, um die erste europäische Universität zu etablieren und ein europäisches Lehren und Forschen ohne Grenzen zu ermöglichen. Grenzüberschreitende Vernetzungen sind ein konsequenter Schritt, damit sich Europa auch langfristig im Wettbewerb um die weltweit besten Forscherinnen und Forscher sowie Studierenden behaupten kann.“

Bei der Veranstaltung diskutierten Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter von europäischen Universitätskooperationen die besonderen Herausforderungen, die sich für Universitäten in grenznahen Räumen ergeben. Insbesondere wurde dabei auch die notwendige Einbindung der Politik thematisiert, um administrative Schwellen abzubauen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Land Baden-Württemberg gemeinsam mit seinen regionalen Partnern Aragon in Spanien, Grand Est in Frankreich und dem Großherzogtum Luxemburg, das aktuell die Präsidentschaft des Gipfels der Großregion innehat. Weitere Partner auf Universitätsebene waren neben Eucor – The European Campus der Hochschulverbund Universität der Großregion sowie der Campus Iberus und die Universität Pau. Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Interreg-VA-Projekts Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) durchgeführt.

Hintergrundinformationen zu Eucor – The European Campus
Der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Eucor – The European Campus ist vor dem Hintergrund einer langjährigen Kooperation der Universitäten am Oberrhein entstanden. Im Dezember 2015 unterzeichneten die fünf Mitgliedsuniversitäten – die Universität Basel, die Universität Freiburg, die Université de Haute-Alsace, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Université de Strasbourg – die Gründungsdokumente, um der grenzüberschreitenden Forschung und Lehre eine eigene Rechtspersönlichkeit zu geben. Die Universitäten schufen damit den bislang ersten EVTZ zwischen Hochschuleinrichtungen auf europäischer Ebene. Besondere Schwerpunkte in der Forschung setzt der European Campus in den Bereichen Quantenphysik und Quantentechnologien, Präzisionsmedizin, Nachhaltigkeitswissenschaften und Kulturwissenschaften.

Insgesamt bündelt der EVTZ Kompetenzen und Potenziale von 15.000 Forschenden und 11.000 Doktorandinnen und Doktoranden sowie 115.000 Studierenden. Gemeinsam strebt der Universitätsverbund Eucor – The European Campus den Aufbau eines klar profilierten Wissenschafts- und Forschungsraums ohne Mauern und Grenzen und mit internationaler Ausstrahlung an.

Wann?

Mittwoch, 11. Oktober 2017 - 14:30 - 17:00