Metabevo – den Phenolstoffwechsel der Pflanzen verstehen

Ecotypes of Physcomitrella patens (Source: Ralf Reski)

Die im Rahmen von Metabevo, einem gemeinsamen Projekt der Institutes for Advanced Studies der Eucor-Universitäten Straßburg und Freiburg, durchgeführten Forschungsarbeiten befassen sich mit der Entwicklung des Phenolstoffwechsels der Pflanzen. Diese Stoffwechselwege führen bei Pflanzen zur Synthetisierung von Biopolymeren wie Lignin sowie von Antioxidanzien, UV-Schutzschilden oder auch Abwehrmolekülen. Bei dem Projekt geht es darum herauszufinden, wie sich die Synthese dieser Komponenten im Modell nachbilden lässt, um zum Beispiel die Produktion von Antioxidantien zu verstärken, die für die Nutrazeutik oder Kosmetik interessant sind, oder die Synthese von Lignin zu hemmen, das bei der Herstellung von biologischen Treibstoffen die Produktionseffizienz einschränkt.

"In Straßburg untersuchen wir die Biosynthese dieser Komponenten an höheren Pflanzen, vor allem die Enzyme, die als Katalysatoren für die Oxidation im metabolischen Prozess wirken", erklärt Projektleiterin Danièle Werck-Reichhart vom Straßburger Institut für Molekularbiologie der Pflanzen. "Wir müssen die beteiligten Gene identifizieren und ihre Aufgabe und Entwicklung ergründen. Wir sind auf die Analyse der Funktionen dieser Enzyme sowie der Phenolprofile spezialisiert." Das Team von Ralf Reski auf der Freiburger Seite ist für ihre Forschung an Moosen weltweit anerkannt. Diese sind evolutionsgeschichtlich sehr alte Pflanzen, deren Genom das Team sequenziert und annotiert hat. "Es ist ein interessantes und repräsentatives Modell für den Übergang von Pflanzen aus einem aquatischen in einen terrestrischen Lebensraum, mit dessen Hilfe man leicht Mutanden vgn`Zielgenen erzeugen kann", erläutert Danièle Werck-Reichhart. "Anschließend kann man die Auswirkungen dieser Mutationen auf die Entwicklung des Mooses und die Synthese von Phenolkomponenten beobachten."

Anne-Isabelle Bischoff

Wann?

Montag, 16. Februar 2015 - 10:15

Wo?

Frankreich