Philosophie/Ethik

  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Master ou Bac+5
  • Art, sciences humaines et sociales > Philosophie

Objectifs

Der Philosophie geht es um Fragen, die weder in der Einstellung des alltäglichen Lebens noch wissenschaftlich zu stellen und zu beantworten sind. Es sind Fragen, die auf das zielen, was alltäglich selbstverständlich und wissenschaftlich vorausgesetzt bleibt. Weil die Philosophie derart über die vertrauten Handlungsorientierungen und über das methodisch gesicherte Erkennen hinausfragt, führt sie zu keinem Wissen im üblichen Sinne. Sie ist Lebens- und Weltdeutung, das heißt: Verständigung über die Möglichkeiten und Voraussetzungen von Lebensführung und Welterfahrung. Ziel der Philosophie ist die größtmögliche Klarheit des Menschen über sein Leben und über eine Welt, die nicht nur die seine ist. Die Deutungsmöglichkeiten der Philosophie unterscheiden sich auch darin von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung, daß sie nicht im Sinne einer fortschreitenden Erkenntnis von einander überholt werden können. Während in der Wissenschaft frühere Lösungsvorschläge in der Regel veraltet sind, bleiben in der Philosophie alle großen Konzeptionen, die klassisch geworden sind, verbindlich. In zeitgenössische Debatten werden sie mehr oder weniger deutlich variiert, und immer müssen sie für deren Verständnis vorausgesetzt werden. Außerdem bieten klassische Entwürfe der Philosophie die Möglichkeit, Abstand von den Selbstverständlichkeiten des je gegenwärtigen Lebensverständnisses zu finden. Die Sachverhalte erscheinen klarer, wenn man sie in einem neuen, nicht durch die Gegenwart vorgegebenen Zusammenhang sieht. Erst dadurch kommen sie philosophisch in den Blick. Das Studium der Philosophie ist deshalb in der Hauptsache eine Auseinandersetzung mit den großen, klassisch gewordenen Philosophien. Klassische Autoren sind z. B. Platon, Aristoteles, Augustinus, Thomas von Aquin, Descartes, Leibniz, Hume, Kant, Fichte, Hegel, Schelling, Schopenhauer, Nietzsche, Husserl, Wittgenstein und Heidegger. Diese Autoren geben die Fragen und die begrifflichen Möglichkeiten des philosophischen Denkens vor. An ihnen lassen sich die eigentümlich philosophischen Denkweisen darum am besten kennenlernen. Dem ist beim Aufbau des Studiums Rechnung getragen. Im Zentrum des Grundstudiums steht ein zweisemestriger Interpretationskurs, dessen Gegenstand ein klassischer Text der Philosophie ist. Dieser Interpretationskurs ist eine Pflichtveranstaltung. In jedem Semester werden mindestens zwei Interpretationskurse beginnen. Zu ihnen gehören je zwei Tutorien, deren Besuch ebenso verbindlich wie der des Kurses ist. Eine weitere Pflichtveranstaltung ist ein Kurs in Logik, der mit den Möglichkeiten des folgerichtigen Denkens und so mit dem formalen Handwerkszeug der Philosophie vertraut machen soll. Diese Veranstaltung wird in jedem Wintersemester angeboten. Die Philosophie umfasst eine Reihe von Fragestellungen, die sich, bedingt durch die jeweilige geschichtliche Situation und die Auseinandersetzung von Philosophen mit anderen Philosophien, abwandeln. Trotzdem ist die Einteilung der Philosophie seit Aristoteles grundsätzlich dieselbe geblieben. Man unterscheidet zwischen theoretischer und praktischer Philosophie, wobei die erstere nach traditionellem Verständnis die wichtigere ist. Im Zentrum der theoretischen Philosophie steht die Frage danach, wie das Seiende in seinem Sein zu verstehen ist („Ontologie“). Aus ihr leitet sich die Frage nach den Möglichkeiten des Wissens und Fürwahrhaltens („Erkenntnistheorie“) ab. Zur praktischen Philosophie gehören die Ethik, in der es vor allem um die Frage nach dem individuellen guten Leben und dem richtigen Handeln geht, und die politische Philosophie, die sich mit den verschiedenen Ausprägungen politischer Gemeinwesen unter dem Gesichtspunkt ihrer Gerechtigkeit auseinandersetzt. Diese Grundfragen haben sich in der Moderne differenziert. So hat die Frage nach dem Wesen des Schönen in Kunst und Natur als philosophische Ästhetik seit Kant eine unbestrittene Eigenständigkeit gewonnen. Ebenso haben ontologische und erkenntnistheoretische Fragen, sofern auf die Wissenschaft konzentriert sich, sich unter dem Titel der Wissenschaftstheorie verselbstständigt. Demgegenüber geben Titel wie Sprachphilosophie, Geschichtsphilosophie, Sozialphilosophie oder Handlungstheorie eher Spezialisierungen innerhalb der beiden großen philosophischen Disziplinen an. In der Moderne steht die Philosophie immer mehr unter dem Anspruch, ihre Fragestellungen gegenüber den Möglichkeiten wissenschaftlicher Erkenntnis zu rechtfertigen. Das kann in einer Orientierung des philosophischen Denkens an der Wissenschaft geschehen, wie es nicht selten in der analytischen Philosophie der Fall ist. Die Alternative dazu ist eine Profilierung des eigenen Anspruches der Philosophie, wie sie im zwanzigsten Jahrhundert vor allem in der phänomenologischen und hermeneutischen Philosophie betrieben worden ist. Dem ist die Philosophie in Freiburg allein durch ihre Tradition verpflichtet. In Forschung und Lehre geht es darum, im Horizont der Tradition philosophische Sachfrageneigenständig zu entwickeln. Das Studium des Faches soll zu einer fundierten philosophischen Orientierung in geschichtlicher wie auch in sachlicher Hinsicht führen.

Prérequis & Admission

Keine Zulassung mehr möglich.