Geschlossene Grenzen und Arbeiten im Homeoffice: Wie gehen die grenzüberschreitenden Projekte am European Campus in der Corona-Krise weiter? In einer Serie fragen wir Forschende und Lehrende über Auswirkungen der Krise auf ihre bi- oder trinationale Zusammenarbeit.

Für das Projekt „Immunology Master Exchange“ erhält Sylvie Fournel von der Université de Strasbourg, gemeinsam mit Fréderic Gros und Christopher Mueller, zurzeit Seed Money von Eucor – The European Campus. Das Vorhaben zielt langfristig auf den Aufbau eines trinationalen Masterstudiengangs sowie Doktorandenprogramms im Bereich der Immunologie. Aktuell gibt es bereits einen Studierendenaustausch mit den Universitäten Basel und Freiburg für Praktika oder theoretische sowie praktische Lehrveranstaltungen.

Frau Fournel, beeinflusst die aktuelle Krise ihr Projekt?
Sylvie Fournel: Ja, unser Projekt wird natürlich beeinflusst. Es ist ein Austauschprogramm, bei dem sich nun selbstverständlich Schwierigkeiten mit der Mobilität ergeben. Glücklicherweise aber war ein Großteil der Praktika der Studierenden aus Strasbourg bereits beendet. Die im April in Strasbourg vorgesehenen Lehrveranstaltungen haben wir aufgezeichnet und an unsere Kollegen in Freiburg und Basel geschickt. So wird es wohl auch mit den Kursen laufen, die im Juni in Freiburg vorgesehen waren. Leider werden jedoch die Praktika für die deutschen und schweizerischen Studierenden in Strasbourg, die für diesen Sommer geplant waren, wahrscheinlich abgesagt.

Werden zukünftig in den Stundenplänen der Masterstudierenden auch Inhalte zum Virus „SARS-CoV-2“ integriert?
Fournel: Das wird sich von ganz allein ergeben. Auf Masterebene haben die Studierenden keinen klassischen Frontalunterricht mehr. Die Lehre basiert auf Vorlesungen, Praktika in Laboren und bibliographischen Analysen. Diese verschiedenen Lehrformate behandeln immer die aktuellsten Themen. Es sind also die Studierenden, die das Studienthema wählen. Da ist es doch ganz naheliegend, dass sie in den kommenden Monaten Themen wählen, die in Verbindung mit SARS-CoV-2 und der damit verbundenen Krankheit Covid19 stehen. Wir bestärken die Studierenden in diesem Vorgehen sehr.

Tauschen Sie sich mit den deutschen und schweizerischen Kollegen auch über das Virus aus?
Fournel
: Noch ist es ein wenig zu früh. Heute befassen sich die Virologen mit dem Virus und seiner Funktionsweise. Die Immunologen sind im Moment noch etwas im Hintergrund und warten auf Patientenanalysen, die es dann ermöglichen, Studien zu entwickeln. Unter den Projektträgern gibt es gerade keine Gruppe, deren Hauptforschungsthema die antivirale Impfung ist. In meiner Gruppe interessieren wir uns mehr für die Entwicklung von „Impfstoffen“ gegen Krebstumore. Allerdings ist die antivirale Immunreaktion der gegen Tumore sehr nah. Wir werden also vielleicht doch auch dazu kommen, unsere Expertise im Kampf gegen SARS-CoV-2 einbringen zu können.

Informationen zum Projekt