Geschlossene Grenzen und Arbeiten im Homeoffice: Wie gehen die grenzüberschreitenden Projekte am European Campus in der Corona-Krise weiter? In einer Serie fragen wir Forschende und Lehrende über Auswirkungen der Krise auf Ihre bi- oder trinationale Forschungszusammenarbeit.

In der „Upper Rhine Immunology Group“, kurz URI group, vernetzen sich am European Campus die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Immunologie. Wolfgang Schamel ist Professor für Immunologie an der Universität Freiburg, Mitglied im Exzellenzcluster CIBSS (Centre for Integrative Biological Signalling Studies) und Mitgründer von URI.

Herr Prof. Schamel, wirkt sich die aktuelle Krise auch auf Ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus?
Prof. Dr. Wolfgang Schamel: Die Corona-Krise ist für Personen wie mich, die nicht im Labor stehen, sondern vor allem am Computer arbeiten, fast wie ein „Mini-Sabbatical“, nur, dass man eben am gleichen Ort bleibt. Die Lehre wurde vorerst ausgesetzt, viele Meetings wurden abgesagt. So langsam findet online alles wieder statt, aber erstmal hatte ich mehr Zeit durch die Krise. Und die habe ich unter anderem für ein gemeinsames URI group Projekt genutzt.

Sie nutzen Ihren Zeitgewinn für ein Eucor-Projekt?
Schamel: Ja, genau. Wir hatten bereits einen Antrag für ein gemeinsames Doktorandenprogramm bei der Europäischen Union eingereicht. Er wurde aus vorwiegend formellen Gründen nicht genehmigt. Die gewonnene Zeit haben wir genutzt, um konzentriert an diesem Antrag zu arbeiten. Ich treffe mich in letzter Zeit daher also sehr regelmäßig online mit meinen Kollegen aus Frankreich und der Schweiz. Als Antragsteller wird der Verbund Eucor – The European Campus auftreten, beteiligt sind neben der Universität Freiburg auch die Universitäten Basel und Strasbourg sowie das Karlsruher Institut für Technologie. Wir wollen den Antrag verbessert noch ein weiteres Mal einreichen.

Um zur Coronakrise zurückzukommen. Hat die URI group – als immunologische Vereinigung – auch direkt mit den Coronavirusinfektionen zu tun?
Schamel: Ja, es gibt etliche Forschergruppen in Freiburg, Strasbourg und Basel, die sich seit kurzem mit dem Coronavirus beschäftigen. Für uns ist das nämlich ein sehr spannendes Thema, das wir sogar schon in unseren online Vorlesungen im Masterstudiengang aufgegriffen haben. Diese Forschergruppen arbeiten entweder an der Immunantwort von Coronavirus-infizierten Patienten, an dem Virus selbst oder auch an den Proteinen des Virus. Wir URI Sprecher sind dabei diese verschiedenen Ansatzweisen komplementär zusammenzuführen und werden das Thema Coronaviren auch sicher in unser gemeinsames Doktorandenprogramm mit aufnehmen.

Informationen zur Upper Rhine Immunology Group