Mit „EURIdoc“ baut der trinationale Eucor-Verbund sein Angebot für internationale Promovierende aus. Die Europäische Kommission hat das Projekt von Eucor – The European Campus, ein neues Doktorandenprogramm in der Immunologie zu errichten, ausgewählt. Im Rahmen des „Eucor Upper Rhine Immunology doctoral programme“ (EURIdoc) werden 28 Forscherinnen und Forscher am Oberrhein promovieren. Beteiligte Partner des interdisziplinären Programms sind die Universitäten Basel, Freiburg, Strasbourg, das Karlsruher Institut für Technologie und das Universitätsklinikum Freiburg. Das Projekt hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ein Gesamtvolumen von 6,8 Millionen Euro. Zu 3 Millionen Euro von der Europäischen Union kommt eine Kofinanzierung der beteiligten Partner.

Kernthemen von EURIdoc sind die Blutbildung und die Entwicklung des Immunsystems, angeborene und adaptive Immunität sowie Immunerkrankungen. Das Projekt nimmt dabei auch das dringendste immunologische Problem der heutigen Zeit, Covid-19, in den Blick und plant unter anderem neue Therapien für SARS-CoV-2 zu entwickeln. Die Zusammenarbeit über den universitären Sektor hinaus mit vier Kliniken und zehn Industriepartnern ist dafür eine wichtige Basis. Den Doktoranden und Doktorandinnen werden sowohl in führenden Pharmaunternehmen als auch in mittelständischen Firmen Forschungsaufenthalte ermöglicht.

„Ich freue mich sehr über den Erfolg unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der bestätigt, wie stark wir in der trinationalen Oberrheinregion in den Life Sciences aufgestellt sind“, sagt Prof. Dr. Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel und Präsidentin von Eucor – The European Campus. „Mit dem Projekt stärken wir als Verbund unseren strategischen Themenschwerpunkt Personalised Health“. Das gemeinsame Doktorandenprogramm baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit der Immunologinnen und Immunologen am Oberrhein auf.

EURIdoc erhält eine Förderung aus dem EU-Forschungsrahmenprogamm „Horizont 2020“ in der Förderlinie Marie Skłodowska Curie „COFUND“ zur Förderung der Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Damit bewilligt die Europäische Kommission zum zweiten Mal einen Antrag, der vom Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Eucor – The European Campus im Forschungsprogramm „Horizont 2020“ eingereicht wurde. Die fünf Universitäten am Oberrhein haben 2015 den ersten EVTZ gegründet, der nur von Universitäten getragen wird.

Statements der leitenden Wissenschaftler

Prof. Dr. Christopher Mueller, CNRS / Université de Strasbourg:
„Wir möchten im Rahmen von EURIdoc mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt die Grundlagen der Immunologie weiter erforschen, aber auch an Anwendungen arbeiten. Langfristig können diese zu neuen Medikamenten, Impfungen oder Therapien führen, beispielsweise bei Krebs-, Virus- oder Autoimmunerkrankungen.“

Prof. Dr. Wolfgang Schamel, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:
„Als Upper Rhine Immunology (URI) group sind wir seit 2017 vernetzt und organisieren jährliche klinische Workshops und wissenschaftliche Treffen. Neben einem Seed Money* Projekt, das auf die grenzüberschreitende Verknüpfung von Master-Studiengängen zielt, bildet EURIdoc nun einen weiteren Baustein der Zusammenarbeit und der Ausbildung in der Immunologie am Oberrhein.“
*Seed Money ist ein eigenes Finanzierungsinstrument von Eucor – The European Campus, um grenzüberschreitende Projekte finanziell zu unterstützen.

Prof. Dr. Gennaro De Libero, Universität Basel:
„Die Doktorandinnen und Doktoranden profitieren von der Einbindung der Industrie in Form von Mentorenschaften, Forschungsaufenthalten, Besuchen und Schulungen. Branchenführer werden darüber hinaus auch zum Kursprogramm beitragen beispielsweise mit Seminaren zu geistigem Eigentum oder Unternehmertum.“