Sydney Schmolke, eine junge deutsche Freiwillige, hat gerade ein Jahr an der Université de Strasbourg verbracht. Zusammen mit Aurelle Garnier, der Koordinatorin von Eucor – The European Campus an der Université de Strasbourg, berichtet sie über dieses Jahr mit den vielen Veranstaltungen und Aktionen zur Förderung der deutsch-französischen Beziehungen und der Mobilität ins Nachbarland.

Nach neun Monaten Eintauchen in die französische Sprachwelt hat sich ihr Französisch deutlich verbessert: „Ich habe Wörter gelernt, die ich nicht einmal auf Deutsch kannte, wie ꞌBestellscheinꞌ“, amüsiert sich Sydney Schmolke. Sie ist nach ihren Landsleuten Anna David (2016-2017) und Anne-Pauline Piper (2017-2018) die dritte Freiwillige, die an der Université de Strasbourg untergebracht ist.

Dank dieser Erfahrung mit dem Ablauf eines Universitätsjahrs – der bereits ein dreimonatiger Aufenthalt in Rennes vorausging – konnte sie die Studierenden inspirieren. „Erfahrungen mit jemandem in seinem Alter zu teilen, ist viel besser“, sagte Aurelle Garnier. Die Koordinatorin von Eucor – The European Campus an der Université de Strasbourg hat Sydney während ihres neunmonatigen Aufenthalts in Strasbourg eng begleitet, der im Rahmen des Deutsch-Französischen Freiwilligendiensts im Hochschulbereich des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) durchgeführt wurde. Die junge Freiwillige wurde in das Team des European Campus integriert.

Ein Zwischenjahr

Der Beweis für den Erfolg dieses Ansatzes: Immer mehr Universitätsbereiche, die zu Beginn des Universitätsjahres kontaktiert werden, bitten die oder den Freiwilligen, vor ihren Studierenden aufzutreten… und das unabhängig von ihrem Sprachniveau! „Ich sprach vor Hörsälen oder mit Studierenden, die älter waren als ich. Das war ziemlich stressig“, sagt Sydney, 19, die letztes Jahr Abitur gemacht hat. Im Laufe des Jahres hat sie jedoch an Selbstvertrauen gewonnen. „Ich lasse nicht mehr systematisch alle meine E-Mails auf Französisch gegenlesen. Vor allem habe ich verstanden, wie wichtig es war, in der Schule Französisch zu lernen. Nach diesem ersten Eintauchen in die Berufswelt fühle ich mich viel eher bereit, mein Studium zu beginnen.“ In Deutschland ist es üblicher – und wird besser wertgeschätzt – nach dem Abitur ein Jahr frei zu nehmen. „Ich werde Medizin studieren, wie ich es mir seit langem gewünscht habe, aber ich möchte den interkulturellen Aspekt, den ich durch diese Mobilität gewonnen habe, bewahren!“

Stippvisite in Freiburg im Breisgau

Neben Maßnahmen zur Förderung von DFJW-, Eucor-Programmen, Stipendien und Praktika stand es Sydney auch frei, eigene Aktionen durchzuführen. „Während der Deutsch-Französischen Woche organisierte sie einen Abend mit Gesellschaftsspielen und einem speak dating, und vor kurzem unternahm sie einen kurzen Tagesausflug nach Freiburg im Breisgau mit einer Führung durch Freiburger Studierende.“ Sie hat auch die im vergangenen Jahr eingeführten Sprachcafés erfolgreich fortgeführt. „Dank dieser Art von weniger formellen Veranstaltungen kann ein anderes Publikum erreicht werden als das, das bereits von der Deutsch-Französischen Sache überzeugt ist“, betont Aurelle Garnier noch einmal. Zur Umsetzung dieser Aktionen arbeitete Sydney mit den Freiwilligen des Zivildienstes des Crous (französisches Studentenwerk), der Deutschen Büsra Gümüs, und des Internationalen Universitätshauses, der Französin Julie Herscu, zusammen.

Sydney, die ursprünglich aus Leipzig stammt, entdeckte auch die grenzüberschreitende Region Elsass und Baden-Württemberg. „Und durch die DFJW-Seminare, die sowohl in Frankreich wie in Deutschland stattfanden, habe ich noch weitere für mich neue Orte entdeckt.“ Darüber hinaus konnte sie ein solides deutsch-französisches Netzwerk aufbauen!

Ab September wir ein/e neue/r Freiwillige/r Sydney ablösen.

E.C.

Foto: Sydney Schmolke und Aurelle Garnier