Am 1. Dezember hat das Interreg-Projekt RES-TMO die Zwischenergebnisse der sechs fachübergreifenden Forschergruppen, die an den Arbeitspaketen des Projekts zur Thematik der Umwandlung des Energiesystems am Oberrhein arbeiten, vorgestellt. Das unter dem Titel « Erneuerbare Energien und Herausforderungen an ein dekarbonisiertes Energiesystem » stattfindende Kolloquium fand online statt und wurde von rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik besucht.

Die derzeitigen Ergebnisse des Arbeitspakets zur Analyse des Produktions- und Speicherpotenzials erneuerbarer Energien (EE) zeigen, dass das nötige Potenzial besteht, zumindest den Elektrizitätsbedarf zu decken, allerdings nur wenn die entwickelten Projekte rentabel und für die Bevölkerung akzeptabel sind. Die Arbeitsgruppe zur Energiesystemmodellierung hat ihrerseits die Entwicklung von Speichertechnologien zur Deckung eines höheren Bedarfs als des Angebots unterstrichen, um nicht mehr auf fossile Energien zurückgreifen zu müssen. Die Entwicklung intelligenter Technologien, wie z.B. Microgrids mit intelligenten Zählern würde ebenfalls dazu beitragen, die Energienachfrage besser auf die Erzeugung abzustimmen. Die Nutzung dieser Technologien stellt aber die Frage der Cybersicherheit. Eine Arbeitsgruppe konnte anhand eines Mikrogrid-Demonstrators an der Université de Haute-Alsace und eines Echtzeitsimulators mit verschiedenen Ansätzen experimentieren, um Netz vor Cyber-Angriffen zu schützen, vorbeutende Wartung sicherzustellen und Methoden der Resilienz zu entwickeln, die Kettenreaktionen bei Pannen verhindern.

Der zweite Teil der Konferenz war den soziokulturellen, rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten der Entwicklung eines integrierten Marktes auf Basis von EE am Oberrhein gewidmet. Die Wichtigkeit, für jedes Land die Energiesicherheit zu gewährleisten, führt zu Herausforderungen der sozialen Akzeptanz bei der Bevölkerung, insbesondere bei der Wahl der verwendeten Technologie, den Kosten für die Infrastruktur und beim Rückkauf der erzeugten Energie sowie bei der Größe und Verwaltung des Netzes. Auf juristischer Ebene, muss die grenzüberschreitende Kooperation zahlreiche Hindernisse überwinden. Auf wirtschaftlicher Ebene sind für die Entwicklung eines tragfähigen Modells eine ausgewogene Verteilung der Kosten zwischen den Ländern sowie zwischen den verschiedenen Akteuren (z.B. Netzbetreiber, Energieunternehmen, Endverbraucher und Prosumern) sowie die Sicherstellung der sozialen Akzeptanz der Reformen erforderlich. Energiegenossenschaften bieten eine Lösung für eine erhöhte Energieresilienz. Diese Art von Governance bietet eine verstärkte Demokratisierung, indem sie lokalen Akteuren einen Platz gibt.

Nach diesem Nachmittag mit Präsentationen und reichhaltigen Debatten zwischen Experten und Teilnehmern wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass die Energietransformation nur durch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfolgen kann, die den lokalen Energieakteuren einen Platz bietet und die verschiedenen technologischen und sozialen Aspekte berücksichtigt, wie sich aus diesen Zwischenergebnissen ergibt.