Seit 2016 beschäftigt sich die „Upper Rhine trinational Graduate Academy SERIOR“ länderübergreifend mit dem Thema Risikomanagement. Am 12. September 2018 fand die feierliche Schlussveranstaltung symbolträchtig auf dem Rhein an Bord der MS Karlsruhe statt. Projektverantwortliche und Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik werfen einen Blick zurück und entwickeln eine Perspektive für die Zukunft.

Umweltprobleme, soziale Herausforderungen und andere Risiken halten sich nicht an Landesgrenzen. Die trinationale Graduiertenakademie SERIOR widmet sich daher seit 2016 dem Risikomanagement über die drei Ländergrenzen der Region Oberrhein hinweg und hat dafür ein interdisziplinäres und grenzüberschreitendes Qualifizierungsprogramm für Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdocs entwickelt.

Dr. Björn Brömmelsiek vom Campus Landau der Universität Koblenz-Landau ist Wissenschaftlicher Koordinator SERIOR. Er bewertet das nun zu Ende gehende grenzüberschreitende Projekt als sehr erfolgreich. „Es ist uns gelungen, ein neues interkulturell, interdisziplinär und praxisnah geprägtes Qualifizierungsprogramm und Netzwerk für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Themenfeld Risikomanagement am Oberrhein zu schaffen.“ Sechs Wissens- und Technologietransferveranstaltungen mit mehr als 30 Unternehmensbeteiligungen und etwa 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben zum Aufbau einer engen Vernetzung mit Unternehmen aus dem Sektor Risikomanagement beigetragen. Es gab zwei trinationale Summer Schools für Doktorandinnen und Doktoranden zum Thema Risikomanagement in Frankreich und Deutschland. Des Weiteren fand eine öffentliche Ringvorlesung mit über einem Dutzend Veranstaltungen zu unterschiedlichen Bereichen des Risikomanagements mit über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Deutschland, Frankreich und der Schweiz statt. „Zudem sind unter anderem drei Handbücher zu grenzüberschreitender Forschung in den Bereichen Risikowahrnehmung, -abschätzung und -kommunikation sowie Datenbanken zu Projekten im Bereich Risikomanagement am Oberrhein und zu Unternehmen entstanden, die im Projekt involviert waren“, zählt Brömmelsiek auf. „Risikomanagement ist ein wichtiges Thema in modernen Gesellschaften.“

Auch Lilla Merabet, Vizepräsidenten der Région Grand Est für Wettbewerb, Digitales und Exzellenz-Cluster, stellte in ihrer Rede bei der Abschlussveranstaltung klar: „Jede Entscheidung, die wir fällen, birgt ein Risiko. Insbesondere natürlich dann, wenn wir als gewählte politische Vertreter Entscheidungen im Auftrag der Bürger fällen müssen.“ Ganz ähnlich klang es dann wenig später bei Andreas Doppler, Leiter Förderprogramme der Interkantonalen Koordinationsstelle bei Regio Basiliensis (IKRB): „Wir leben in einer Welt des Wandels, der auch vor den Toren des Oberrheins nicht haltmacht. Es ist daher ein besonderes Verdienst, dass Sie sich hier trinational, polyglott und interdisziplinär dem Thema Risikomanagement annehmen.“

Die Schlussveranstaltung sei aber nicht das Ende von SERIOR, ist Dr. Björn Brömmelsiek überzeugt: „Es gibt konkrete Zukunftspläne zur Fortführung und Weiterentwicklung.“ Auch der amtierende Präsident der Oberrheinkonferenz und Beauftragte der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Werner Schreiner, betonte in seiner Rede: „Die Baseler Erklärung beschreibt Leitziele für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Bildung, Forschung und Innovation am Oberrhein, welche die rheinland-pfälzische Landesregierung nach wie vor unterstützt: die Förderung der Vernetzung, des Dialoges und der Kooperationsbereitschaft aller Akteure am Oberrhein sowie die Fortführung erfolgreicher, und die Entwicklung neuer gemeinsamer Kooperationsstrukturen, Projekte und Maßnahmen.“ Oder wie Andreas Doppler es „unmathematisch“, aber oberrheinspezifisch formulierte: „1+1+1 = größer als drei!“

Am Projekt SERIOR sind neben der Universität Koblenz-Landau, die als Projektträgerin auch die Leitung inne hat, die Eucor-Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace (Mulhouse-Colmar) und Strasbourg, das Karlsruher Institut für Technologie, die französische nationale Forschungsgesellschaft CNRS sowie die französische nationale Hochschule für Wasser- und Umweltingenieurwesen ENGEES beteiligt. SERIOR wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm INTERREG V Oberrhein sowie von der Schweizer Eidgenossenschaft gefördert.

Informationen zum Interreg-Projekt SERIOR