Gemeinsame Stärken nutzen und Kompetenzen bündeln – das ist Ziel der vier Schwerpunktbereiche von Eucor – The European Campus. Hier kooperieren die Mitgliedsuniversitäten verstärkt. Einer der vier thematischen Bereiche ist „Sustainability“.

Der Titel „Sustainability“ des Eucor-Schwerpunktes ist nicht bescheiden. Breit angelegt zielt er auf inter- und multidisziplinäre Zusammenarbeit der Eucor-Universitäten zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung. „Das Nachhaltigkeitsverständnis des Eucor-Schwerpunktes beruht auf der ‚Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung‘ der Vereinten Nationen“, sagt Sofia Ganter. Sie arbeitet in der Strategieabteilung der Universität Freiburg und ist Ansprechpartnerin für den Eucor-Schwerpunkt, der dort koordiniert wird. „Es geht um mehr als gemeinsame Forschungsaktivitäten zu ökologischen Aspekten. Die Ziele der Agenda 2030 nehmen ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen in den Blick.“

Sofia Ganter hat neben den klassischen Handlungsfeldern der Universitäten – Forschung, Lehre und Transfer – auch die Bereiche Infrastruktur, Governance und gesellschaftliches Engagement auf Potenzial für grenzüberschreitende Zusammenarbeit untersucht. „Gerade im Bereich Engagement unterscheidet sich Sustainability von den anderen Eucor-Schwerpunkten. Wir haben breite studentische Bewegungen, die sich mit diesem Zukunftsthema beschäftigen. Hier stellt sich die Frage der Vernetzung und wie wir sie in bestehende und zukünftige Formate einbinden können.“

Grundlage für die Festlegung der Schwerpunkte im Eucor-Strategieplan 2019-2023 war eine Potenzial- und Standortanalyse. Diese hat deutlich gezeigt, dass Sustainability an allen fünf Mitgliedsuniversitäten des Eucor-Verbundes zentrales Thema ist. In der Forschung bestehen bereits zahlreiche Kooperationsprojekte, die vom „Upper Rhine Cluster for Sustainability Research“ gebündelt werden. Hier geht es beispielsweise um regionale Energieversorgung (RES-TMO), nachhaltige Mobilität (SuMo-Rhine) oder Biozideinträge im Grundwasser (NAVEBGO).

Seit Ende des Jahre 2020 arbeitet Sofia Ganter zum Eucor-Schwerpunkt. Die erste Phase war der Analyse gewidmet, jetzt startet die konkrete Vernetzung. Im Bereich Transfer wurde bereits auf dem Freiburger Wissenschaftsmarkt der Schwerpunktbereich einem breiten gesellschaftlichen Publikum nähergebracht. Für die Lehre plant Sofia Ganter gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Eucor-Universitäten den Piloten eines Nachhaltigkeitszertifikats, das Studierende erlangen können, wenn sie sich während ihres Studiums mit Themen der nachhaltigen Entwicklung auch außerhalb ihres Studienplanes beschäftigen. „Um weitere Forschungskooperationen zu initiieren, planen wir im November einen Exploratory Workshop, der interessierte Forscherinnen und Forscher aus allen Mitgliedsuniversitäten zusammenbringen soll. Wir haben gesehen, dass die umfangreiche Regional- und Stadtforschung an den Eucor-Universitäten noch nicht hinreichend verknüpft ist und haben daher den Arbeitstitel ‚Transformative Cities‘ für unseren Workshop gewählt“, erläutert sie. Weitere Ideen: Ein Science Slam zum Schwerpunktthema sowie ein „Sustainability Forum“, das als Rat oder Arbeitsgruppe verschiedene Mitglieder der Eucor-Universitäten vereinen und die Schwerpunktgestaltung begleiten soll.

Sofia Ganter freut sich auf die anstehenden Aufgaben: „Ich möchte nicht nur Konzepte schreiben und Recherche betreiben, auch wenn das spannend ist. Ich möchte was machen. Es gibt bei diesem Thema so viele motivierte Personen im Eucor-Raum und wir können viel voneinander lernen und Mehrwerte schaffen.“

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