Für ein Experiment in den Quantenwissenschaften wird eine Apparatur vorbereitet.© Universität Basel, Christian Flierl

Der European Campus hat thematische Bereiche der Zusammenarbeit definiert, um gemeinsame Stärken zu nutzen und Kompetenzen zu bündeln. Diese Schwerpunkte wurden auf Grundlage von Potenzial- und Standortanalysen sowie bestehender Kooperationsprojekte festgelegt. Zukünftig sollen in diesen Bereichen themenspezifische Konsortien aufgebaut werden, die in der Lage sind, international sichtbare und konkurrenzfähige Forschung zu betreiben und eng mit Lehre und Innovation vernetzt sind. Die Schwerpunktbereiche sind: Quantum Sciences and Technology, Personalised Health – Precision Medicine, Sustainability und European Identities.

In diesen Schwerpunktbereichen aber auch darüber hinaus fördert Eucor – The European Campus mit seinem Seed Money-Instrument den Aufbau neuer Kooperationen in Lehre, Forschung und Innovation.

Quantum Sciences and Technology

Die Forschung im Bereich der Quantentechnologie ist die Voraussetzung für die Entwicklung wichtiger Zukunftstechnologien. Daher beteiligt sich der European Campus an der Gestaltung der „zweiten Quantenrevolution“ und baut seinen Schwerpunkt Quantum Sciences and Technology auf den bestehenden Forschungskooperationen auf. Ein Exzellenzzentrum „Quantum Science and Quantum Computing“ der Universitäten Basel und Freiburg mit einem Post Doc-Cluster und zwei Doktorandenschulen im Rahmen des European Campus werden mit derzeit zehn Millionen Schweizer Franken gefördert. Die Université de Strasbourg und das Karlsruher Institut für Technologie verfügen überdies bereits über gemeinsame Forschungsgruppen sowie zwei gemeinsame Professuren in der Nanotechnologie und streben die Einrichtung eines europäischen Zentrums für Quantum Sciences an. Im Bereich der Quantum Sciences and Technology wird ebenso bereits ein gemeinsames Promovierendenprogramm durch die EU im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (COFUND) gefördert.

QUSTEC (Quantum Science and Technologies at the European Campus)
Exzellenzzentrum „Quantum Science and Quantum Computing“

Personalised Health – Precision Medicine

Die globalen Gesundheitssysteme stehen angesichts demografischen und gesellschaftlichen Wandels vor großen Herausforderungen. Mit seinem Schwerpunkt Personalised Health – Precision Medicine möchte der European Campus einen Beitrag leisten, um medizinische Diagnosen, Krankheitsprävention sowie die Entwicklung von Arzneimitteln an individuelle Anforderungen, spezifische Umwelteinflüsse, den persönlichen Lebensstil oder genetische Unterschiede anzupassen. Mit dieser Schwerpunktsetzung greift der European Campus auch nationale strategischen Impulse aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz auf und setzt sie im europäischen Kontext fort. Drei Mitgliedsuniversitäten des European Campus führen medizinische Fakultäten und Universitätskliniken. An der Universität Basel besteht bereits ein Kompetenznetzwerk Personalised Health Basel. Zudem haben alle fünf Mitgliedsuniversitäten strategische Schwerpunkte im Bereich der Life Sciences. Darüber hinaus kann der Schwerpunktbereich auf vielfältigen wissenschaftlichen Netzwerken aufbauen (z. B. auf dem trinationalen Netzwerk Neurex im Bereich der Neurowissenschaften, dem Trinational Integrated Biological Signalling Network of the Upper Rhine Area TRISIGNIA oder der Upper Rhine Immunology Group).

Upper Rhine Immunology Group
Neurex (Neuroscience Upper Rhine network)
Trisignia

Sustainability

Mit seinem Schwerpunkt Sustainability will der European Campus zur Lösung drängender ökologischer, ökonomischer und sozialer Fragen beitragen und die Bildung einer Modellregion der Nachhaltigkeit unterstützen. Vor dem Hintergrund der „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen soll der Begriff im Rahmen der Zusammenarbeit innerhalb des European Campus multi- und interdisziplinär verstanden werden. Auch hier baut der European Campus seinen Schwerpunkt auf bestehenden Kooperationen auf: Mit dem Upper Rhine Cluster for Sustainability Research arbeitet bereits ein grenzüberschreitendes Netzwerk zum Thema Governance of Sustainable Growth, mit SERIOR (SEcurity – RIsk – ORientation) sind die Mitglieder des European Campus zudem an einer Graduate Academy beteiligt, die praxisorientierte Programme zum Katastrophenschutz anbietet. Potenziale liegen überdies im technischen, ingenieurwissenschaftlichen sowie und geisteswissenschaftlichen Bereich. Mit dem Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung (DFIU) verfügt das Karlsruher Institut für Technologie über langjährige Erfahrung grenzüberschreitender, interdisziplinärer Kooperation. Darüber hinaus wird die Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim und dessen technische, ökologische, ökonomische und soziale Transformation eine Herausforderung für Wissenschaft und Gesellschaft am Oberrhein sein. Hier bestehen mit dem Kooperationsprojekt Juxta Rhenum der Université de Strasbourg und der Université de Haute-Alsace sowie durch die Unterzeichnung der Erklärung „Projet de territoire – Notre ambition commune pour l’avenir du territoire de Fessenheim“ vom 1. Februar 2019 Anknüpfungspunkte für die anderen Mitgliedsuniversitäten von Eucor – The European Campus.

Upper Rhine Cluster for Sustainability Research
SERIOR

European Identities

Mit European Identities knüpft der European Campus explizit an die humanistische Bildungstradition und die gemeinsame Geschichte am Oberrhein an, die stark mit den europäischen Werten von heute in Verbindung steht: Freiheit, Demokratie, Frieden und Menschenrechte. Aufgrund der immensen Fächervielfalt und der damit verbundenen vielschichtigen Expertise in den Geistes- und Sozialwissenschaften kann der European Campus in einem solchen Schwerpunkt sein Leistungspotenzial optimal entfalten. Auch im Vergleich mit und im Kontrast zu nichteuropäischen Räumen werden European Identities geschärft.