Beidseits des Rheins erarbeiten fünf engagierte Freiwillige ein gemeinsames kulturelles Angebot für Studierende – unter Corona-Bedingungen keine einfache Aufgabe.

Lena Biesenbach (23), Clara Brötling (18), Lena Jüngel (18), Clotilde Kali (20) und Mattéo Zussy (19) sind schon mittendrin: Sie planen Sprachcafés, Theaterbesuche, kreative Workshops und vieles mehr für die Studierenden aus den Universitäten von Eucor – The European Campus. Ein grenzüberschreitendes kulturelles Angebot zu erstellen, ist in Corona-Zeiten jedoch eine Herausforderung. Gut, dass sich die Freiwilligen kennen und zusammenarbeiten.

„Wir haben uns schon vor dem eigentlichen Beginn unseres Freiwilligenjahres auf einem Vorbereitungsseminar vom Deutsch-Französischen Jugendwerk kennengelernt.“ erzählt Lena Biesenbach, die im Eucor-Büro an der Université de Strasbourg arbeitet. Das Deutsch-Französische Jugendwerk koordiniert in ganz Frankreich und Deutschland den Einsatz von jungen Freiwilligen in sozialen Einrichtungen und Bildungsstätten. Dabei finden jeweils junge Deutsche in Frankreich und junge Franzosen und Französinnen in Deutschland einen Einsatzort. „Im Oktober haben wir uns dann noch einmal in Freiburg getroffen. Da jedoch bei dem gemeinsamen Essen auch jemand dabei war, der positiv auf Corona getestet wurde, mussten wir alle anschließend in Quarantäne.“ sagt sie.

„Die Quarantäne war sehr hart“, meint Clotilde Kali, die am Studierendenwerk Karlsruhe arbeitet. „Wir sind ja noch nicht lange am Einsatzort. Ich konnte zwei Wochen lang nicht raus und auch das Arbeiten im Home Office war schwierig, weil ich dafür nicht gut ausgerüstet bin.“ Doch die Freiwilligen sind diese Zeit über in Kontakt geblieben und konnten sich austauschen über ihr geteiltes Schicksal.

Auch der Freiwillige Mattéo Zussy, der am Studierendenwerk Freiburg seinen Einsatzort hat, lässt sich nicht entmutigen von der Pandemie. „Auch wenn einige Veranstaltungen abgesagt werden müssen, vieles können wir online anbieten. Wir beteiligen uns gerade zum Beispiel an einem Blog- und Filmprojekt, in dem wir Stimmen gegen Rassismus und Populismus Raum geben möchten.“ Das Projekt hat bereits begonnen und läuft noch bis Dezember.

Neben den gemeinsamen Projekten realisiert jede und jeder Freiwillige auch vor Ort Projekte, die oftmals dann für die anderen Universitäten innerhalb von Eucor – The European Campus geöffnet werden. Lena Jüngel beispielsweise organisiert mit ihrem Team des Zentrums für grenzüberschreitende Kompetenzen NovaTris an der Université de Haute-Alsace sogenannte e-Cafés Tandem UHA. „In diesen digitalen Sprachcafés können Studierende sich in Tandems oder in einer Gruppe beim Sprachenlernen unterstützen. Wir Freiwilligen haben dabei auch viel Spielraum für die kreative Entwicklung von Formaten und Arbeitsmaterialien.“

„Das Organisieren von Online-Veranstaltungen empfinde ich als Herausforderung, in der viel Kreativität auf einer anderen, ungewohnten Ebene verlangt wird.“ ergänzt Clara Brötling, die am CROUS von Strasbourg, dem dortigen Studierendenwerk, als Freiwillige eingesetzt ist. „Es ist jetzt so wichtig wie noch nie, Angebote für die Studierenden zu schaffen, um die Einsamkeit durch die Isolation zu umgehen und trotz allem ein Gemeinschaftsgefühl zu kreieren.“

Die Freiwilligen jedenfalls erleben das Gemeinschaftsgefühl auch trotz der Pandemie und über die Grenzen hinweg. Mit dem Erarbeiten eines kulturellen Angebots engagieren sie sich dafür, den grenzüberschreitenden European Campus auch kulturell zu vernetzen.