Wer wird im Falle eines überlasteten Krankenhauses zuerst behandelt? Welche Kriterien unterscheiden laut Philosoph Aristoteles oder Theologe Thomas von Aquin das „Gute“ vom „Bösen“? Welche ethischen Anforderungen müssen Corona-Warn-Apps erfüllen? Auf welchen Traditionen beruhen die Denkmuster in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern? Ethische Fragestellungen aus verschiedenen fachlichen und kulturellen Perspektiven diskutieren: Das ist Kern des neuen binationalen Masterstudiengangs „Interdisciplinary Ethics“, der zum Wintersemester 2020/21 an den Universitäten Freiburg und Strasbourg startet.

„Neben Grundlagen- und Anwendungsforschung im Bereich der Ethik werden sich die Studierenden auch mit der öffentlichen Reflexion und Kommunikation ethischer Fragen befassen“, erläutert Prof. Dr. Klaus Baumann, Programmbeauftragter des Studienganges an der Universität Freiburg. „Unseren interdisziplinären Ansatz ermöglichen wir durch Kooperationen mit verschiedenen Fakultäten. Wir stellen ethische Fragen in die verschiedenen Kontexte von Theologie, Philosophie, Medizin oder Wirtschaft“, ergänzt Prof. Dr. Marie-Jo Thiel, Programmbeauftragte des Studienganges an der Universität Strasbourg.

Die Studierenden beginnen ihr grenzüberschreitendes Masterstudium gemeinsam an der Universität Strasbourg. Das zweite Fachsemester findet in Freiburg statt. Das dritte Semester verbringen sie an beiden Universitäten, und in dieser Zeit stehen ihnen darüber hinaus Lehrveranstaltungen aus dem gesamten Universitätsverbund Eucor – The European Campus offen. Dazu zählen neben den Universitäten Freiburg und Strasbourg auch die Universitäten Basel und Haute-Alsace sowie das Karlsruher Institut für Technologie. Schließlich können sich die Studierenden im vierten Semester entscheiden, ob sie ihre Masterarbeit in Freiburg oder Strasbourg anfertigen. Darüber hinaus treffen sich in jedem Semester alle Studierenden zu einem gemeinsamen Seminar, indem die Forschung zu ihren jeweiligen Masterarbeiten im Zentrum steht.

Die Studierenden erhalten nach erfolgreichem Beenden ihres Studiums einen doppelten Masterabschluss. Dieser qualifiziert sie auf regionaler wie auf internationaler Ebene für eine berufliche Tätigkeit im Bereich der Ethikforschung, Ethikberatung und der Kommunikation ethischer Diskurse. Die Unterrichtssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch. Bewerbungen auf deutscher Seite können noch bis zum 15. Juli 2020 eingereicht werden. Insgesamt stehen pro Jahrgang 20 Studienplätze zur Verfügung, zehn an jedem Standort.

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