Unter dem Titel „Management and Experiences of Migration in Modern East European History“ trafen am 10. und 11. September 2018 an der Universität Basel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, England, USA und Russland zusammen, um über neue Forschungsprojekte zur Geschichte von Migration innerhalb und aus Ost- und Ostmitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert zu diskutieren. Die Konferenz wurde von der Professur für Osteuropäische Geschichte der Universität Basel in Kooperation mit den Universitäten Strasbourg, Freiburg i. Br. sowie dem Center for Migration Studies der Südural-Universität Tscheljabinsk (Russland) durchgeführt und von Eucor – The European Campus, der Basel Graduate School of History und der Professur für Osteuropäische Geschichte der Universität Basel finanziell unterstützt.

Die Tagung knüpfte an die Ergebnisse eines ersten Arbeitstreffens an der Südural-Universität Tscheljabinsk im September 2016 sowie an diverse Workshops der Arbeitsbereiche für Osteuropäische Geschichte an den Universitäten Basel, Freiburg i. Br. und Strasbourg in den vergangenen Jahren an. An der Tagung nahmen sowohl etablierte Forscherinnen und Forscher als auch Doktorierende und Studierende Teil. Die Tagung wurde mit „pre-circulated papers“ durchgeführt. Nach kurzen Inputreferaten folgten vergleichende Kommentare von Doktorierenden und Post-Docs, ehe die Diskussion im Plenum fortgesetzt wurde. Tagungssprachen waren Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch.

Im Zentrum der Konferenz stand der Austausch über aktuelle Forschungsprojekte zur Migrationsgeschichte an den beteiligten Partneruniversitäten. Diskutiert wurde insbesondere über die Rolle verschiedener an Migration beteiligter Akteure, ihre Interessen, Handlungsspielräume und Erfahrungen. Der Umgang und die Versorgung von Migrierenden, die Entstehung von neuen Kontrollknotenpunkten entlang etablierter Migrationsrouten sowie der Wandel von Städten im Kontext globaler Migrationen waren u.a. Themen der Diskussion. Gefragt wurde auch nach den Folgen von Zwangsmigrationen, zum Beispiel der jüdischen Migration nach Shanghai in den 1930er Jahren.

Die Migrationsgeschichte gehört zu den derzeit besonders dynamischen und – auch mit Blick auf aktuelle Entwicklungen – relevanten Forschungsgebieten der Osteuropäischen Geschichte. Der Austausch über verschiedene Forschungsansätze in den unterschiedlichen scientific communities hat sich dabei als fruchtbar und zielführend erwiesen. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit der beteiligten Forscherinnen und Forscher, insbesondere im Rahmen von Eucor – The European Campus, ist geplant.

Konferenzbericht: Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk