Bereits im dritten Jahr finanziert Eucor – The European Campus gemeinsame Projekte zwischen den Mitgliedsuniversitäten in den Bereichen „Lehre“ und „Forschung und Innovation“. Jährlich fließen 300.000 Euro aus den beteiligten Universitäten in ein gemeinsames Seed Money Budget, um die Vernetzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern.
Wie bereits in den vergangenen Jahren war das Interesse an einer Finanzierung durch Seed Money groß: Im Rahmen der diesjährigen Förderrunde gingen insgesamt 37 Förderanträge ein.  Expertinnen und Experten der fünf Mitgliedsuniversitäten wählten insgesamt acht Projekte aus, davon zwei aus dem Bereich „Lehre“ und sechs aus dem Bereich „Forschung und Innovation“.

Im Jahr 2020 werden folgende Projekte eine Anschubfinanzierung durch Seed Money erhalten:

Förderlinie „Lehre“:

  • Bachelor Études européennes transfrontalières

Projektträger: Université de Strasbourg
Fördersumme: 37.000 €
Partner: Universität Basel, Universität Freiburg, Hochschule für Verwaltung Kehl
Beschreibung: Ziel dieses Projekts ist die Einrichtung des dreisprachigen (Deutsch, Französisch, Englisch) Bachelors „Grenzüberschreitende Europastudien in einer globalen Welt / Études européennes transfrontalieres dans un monde global / European cross-border Studies in a global world“, für französische, deutsche und schweizerische Studierende. Dieser integrierte Studiengang in interdisziplinaren Europawissenschaften soll 3 Jahre dauern und 180 ECTS Punkte umfassen. Der Inhalt befasst sich insbesondere mit dem Thema „Europa vom Lokalen zum Globalen“, mit zwei thematischen Schwerpunkten: lokal/grenzüberschreitend und europäisch/global.

  • Eucor – Languages

Projektträger: Université de Strasbourg
Fördersumme: 24.000 €
Partneruniversitäten: Universität Basel, Universität Freiburg, Université de Haute-Alsace
Beschreibung: Ziel von Eucor – Languages ist es, Arbeitsbeziehungen zwischen den Abteilungen für moderne Sprachen der vier Mitglieder von Eucor – The European Campus herzustellen, die Abschlüsse in modernen Sprachen und Fremdsprachenphilologien anbieten: Basel, Freiburg, Mulhouse und Strasbourg. Das Projekt sieht regelmäßige Treffen zwischen Abteilungen (Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Studierenden) vor und plant einen Koordinator einzustellen, um die Vernetzung zu vereinfachen.

Förderlinie „Forschung und Innovation“:

1. Kategorie Physical Sciences & Engineering

  • Quantum Machine Learning

Projektträger: Université de Strasbourg
Fördersumme: 30.000 €
Partneruniversitäten: Universität Basel, Karlsruher Institut für Technologie
Beschreibung: Quantum Machine Learning befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Quantenmechanik und maschinellem Lernen und untersucht, wie Ergebnisse und Techniken aus einem Bereich zur Lösung der Probleme des anderen verwendet werden können. Das Projekt zielt darauf ab, eine Gemeinschaft mit international renommierten Studierenden und Forschenden aufzubauen und einen Eucor-weiten Workshop zum Thema Quantum Machine Learning zu organisieren, um 2020/21 koordinierte Anträge auf Forschungsförderung in diesen Bereichen vorzubereiten.

  • C4-PON: Establishment of a Cross-border Competence Center for the Characterization of (micro) Pollutants and their (in)organic Nanovectors around decommissioning sites: Application to the Grand Canal of Alsace and the Old Rhine (Fessenheim site, Alsace)

Projektkoordination: Karlsruher Institut für Technologie
Fördersumme: 38.000 €
Partneruniversitäten: Université de Strasbourg, Université de Haute-Alsace
Beschreibung: Das Projekt befasst sich mit dem Umweltverhalten insbesondere metallischer Spurenelemente im Kontext der Stilllegung kerntechnischer Anlagen. Am Standort Fessenheim werden umfangreiche Analysen durchgeführt, um die potenzielle Mobilisierung dieser Spurenelemente in der Ökosphäre zu überprüfen.  Im Rahmen des Projekts wird eine umfassende Methodik entwickelt, die auf verschiedene Industriegebiete und Szenarien übertragbar sein wird. Die Partner werden im Rahmen von Eucor – European Campus ein grenzüberschreitendes Kompetenzzentrum für die Durchführung und Bewertung entsprechender Umweltanalysen einrichten.

2. Kategorie Life Sciences

  • Exploiting the CXCR4-CD44 axis for cancer treatment

Projektträger: Université de Strasbourg
Fördersumme: 51.000 €
Partneruniversitäten: Universität Basel, Universität Freiburg, Karlsruher Institut für Technologie
Beschreibung: Um einen Beitrag zur Entwicklung innovativer und komplementärer Ansätze zur Krebsbekämpfung zu leisten, wollen die Partner verstehen, wie sich CXCR4-Signalkomplexe bilden und wie sich diese auf das Verhalten von cytotoxischen Lymphozyten (CTL) auswirken, indem sie Proteomik, In-vivo-Targeting und Computermodellisierung verwenden. Da CXCR4 eine wichtige Rolle bei der CTL-Reaktivierung spielt, kann ein genauerer Einblick in die Regulation von CXCR4 in Raum und Zeit neue Informationen mit therapeutischem Potenzial zur Verbesserung der Immun-Checkpoint-Therapie (IKT) liefern.

  • Using artificial intelligence to identify biomarkers for psychiatric disorders

Projektträger: Universität Freiburg
Fördersumme: 42.000 €
Partneruniversitäten: Université de Strasbourg, Karlsruher Institut für Technologie
Beschreibung: Ziel des Projekts ist es, objektive physiologische Marker für psychiatrische Störungen wie Schizophrenie-Spektrum-Störung (SSD) und Autismus-Spektrum-Störung (ASD) zu identifizieren. Mit Hilfe des Elektroenzephalogramms und der künstlichen Intelligenz wollen die Partner die gegebenen experimentellen Paradigmen optimieren, um visuelle Biomarker auf frühen Verarbeitungsstufen für SSD und ASD zu messen.

3. Kategorie Social Sciences & Humanities

  • Food democracy and meta-organizations

Projektträger : Université de Haute-Alsace
Fördersumme: 43.000 €
Partner: Universität Basel, Universität Freiburg, Université de Strasbourg, Ministère de l’Agriculture, Rhenamap
Beschreibung: Das Projekt zielt darauf ab, ein Konsortium zu schaffen, das sich zum einen aus 13 Forschern aus vier Eucor-Universitäten zusammensetzt, die bereits im Bereich der Lebensmitteldemokratie zusammenarbeiten und zum anderen aus  Meta – Organisationen.  Aufgabe des Konsortiums ist es, auf regionaler Ebene alternative Nahrungsmittelmodelle zu erstellen. Die Forschungsgruppe entwickelt komplementäre Ansätze in den Disziplinen Soziologie, Ökonomie, Management, Geographie und Philosophie.

  • Making Infrastructure Global? Design and Governance of Infrastructural Expansion in the Global South

Projektträger: Universität Freiburg
Fördersumme: 35.000 €
Partneruniversität: Universität Basel
Beschreibung: Das Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit zeitgenössischen Infrastrukturprojekten, die sich oftmals ähneln und von Planungsagenturen in öffentlich-privaten Partnerschaften auf der ganzen Welt produziert werden. Basierend auf drei Fällen von Energieinfrastrukturprojekten in Ostafrika, Nordafrika und Lateinamerika analysiert dieses Projekt inwieweit bestehende Machtverhältnisse durch Versuche der Globalisierung von Infrastruktur neugestaltet werden. Der transregionale Ansatz des Projektes beinhaltet auch die Einrichtung einer grenzüberschreitenden Forschungsplattform zwischen Basel und Freiburg.