Nach zwei Jahren Pause fand vom 7.-11. Juni 2022 endlich wieder die Tour Eucor statt. Matthias Mair studiert Chemieingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und zählt zu den Glücklichen, die einen der begehrten Startplätze erhalten haben. Hier teilt er seine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke von der diesjährigen Tour.

Was ist die Tour Eucor?

Die Tour Eucor ist eine fünftägige Radtour, bei der die Standorte aller Universitäten des Eucor-Verbunds abgefahren werden. Organisiert wird die Tour von einem Verein, bestehend aus Studierenden und Alumni der Eucor-Universitäten. Nach der pandemiebedingten Zwangspause konnte die Tour Eucor dieses Jahr wieder mit 130 Teilnehmenden stattfinden.

Wer kann bei der Tour Eucor mitfahren?

Studierende, Mitarbeitende und Alumni der fünf Universitäten können sich für einen Startplatz bewerben. Dies sorgt für eine spannende Mischung an Teilnehmenden und es entstehen immer gute Gespräche. Am zweiten Tag konnte ich mich lange mit einem Professor aus Strasbourg unterhalten, der mir von seiner Forschung in der Materialwissenschaft erzählt hat. Interessant waren für mich auch die Gespräche mit den Alumni, da sie mir von Erfahrungen aus dem Berufsleben berichten könnten, die jetzt im Master schon sehr relevant für mich sind. Die Tour Eucor lohnt sich also auch abseits des Fahrradfahrens!

Was hat Dich motiviert, bei der Tour Eucor mitzumachen?

Erstens bin ich gerne mit dem Rennrad unterwegs und finde, dass die Region am Oberrhein einige der besten Fahrradstrecken bietet. Zweitens ist mir internationaler Austausch sehr wichtig. Die Tour Eucor bietet die Möglichkeit, den europäischen Gedanken zu leben und mit jungen Leuten aus dem Dreiländereck in Kontakt zu kommen. Viele der Teilnehmenden sprechen Deutsch, Französisch und Englisch und es wird die ganze Woche zwischen den Sprachen gewechselt. Falls man die Sprache des Gegenübers nicht spricht, findet sich immer jemand zum Übersetzen und man kann nebenbei noch ein paar neue Vokabeln lernen. Nur beim Schweizerdeutsch gibt es bei mir noch Nachholbedarf.

Was war Dein Highlight?

Das Orga-Team! Ich finde es unglaublich, wie viel Aufwand und Leidenschaft in die Tour Eucor gesteckt wird. Einerseits plant das Orga-Team alle Strecken, organisiert Unterkünfte, Abendprogramm und vieles mehr. Außerdem gibt es ein großes Begleitteam, das die Teilnehmenden entlang der Strecke mit Essen und Getränken versorgt und das Gepäck von A nach B fährt. Darüber bin ich sehr dankbar, ohne sie wäre die Tour nicht möglich. Auch die Teilnehmenden waren sehr engagiert, ein Student aus Basel hat zum Beispiel eine Stadtführung als Abendprogramm nach der Ankunft angeboten.

Was war die schönste Etappe?

Am besten gefallen hat mir die vierte Etappe von Basel nach Freiburg. Die ruhigen Straßen im Südschwarzwald sind einfach herrlich. Alle anderen Etappen waren auch sehr schön, an den ersten drei Tagen war das Wetter aber noch etwas regnerisch, sodass man die Landschaft weniger genießen konnte. Ich hoffe, nächstes Jahr wieder dabei zu sein, um auch die Vogesen und das Schweizer Jura im Sonnenschein zu sehen.

Was ist der größte Unterschied zwischen den drei Ländern?

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass manche Unterschiede gar nicht auffallen. So habe ich zum Beispiel erst einige Kilometer nach der Schweizer Grenze bemerkt, dass wir in einem anderen Land sind, denn ein großes Zollamt gab es auf dem Radweg natürlich nicht. Ein Punkt, der mir speziell in Frankreich positiv aufgefallen ist: Viele Leute haben uns vom Straßenrand oder aus Autos angefeuert und motiviert. Davon könnten sich die Deutschen ruhig eine Scheibe abschneiden.

Nutzen die Teilnehmenden der Tour die Eucor-Mobilität?

Einige Teilnehmende haben bereits Kurse an anderen Eucor-Unis besucht oder kennen Leute, die die Mobilität wahrgenommen haben. Ein Alumnus aus Karlsruhe hat mir zum Beispiel von einem Wochenendseminar in Strasbourg erzählt, das er im Rahmen von Eucor besucht hat. Dabei ging es darum, wie man sich bewirbt und was dabei in den jeweiligen Ländern zu beachten ist. Bei anderen Teilnehmenden war die Tour der erste Berührungspunkt mit Eucor und vielleicht der Anstoß für eine zukünftige Mobilität. Nach den tollen Begegnungen bin ich jetzt auch motiviert, die Eucor Mobilität wahrzunehmen und stöbere gerade im Vorlesungsverzeichnis der Uni Strasbourg, da diese von Karlsruhe einfach erreichbar ist und mir die Stadt super gefallen hat.

Zum Abschluss noch ein paar Zahlen:

In fünf Tagen haben wir in meiner Gruppe 820 Kilometer und 11000 Höhenmeter in drei Ländern zurückgelegt. Das waren 30 Stunden auf dem Rad, während denen ich ca. 28 Liter Wasser getrunken und über 30 Müsliriegel gegessen habe. Von denen habe ich jetzt auch erstmal genug… 😀